Aktien
Aktien mit hoher Volatilität bringen nicht mehr Rendite

Hohe Renditen gehen nach Meinung der Experten der Fondsgesellschaft Invesco am Aktienmarkt nicht unbedingt mit großen Schwankungsbreiten einzelner Werte einher.

dpa-afx FRANKFURT. Hohe Renditen gehen nach Meinung der Experten der Fondsgesellschaft Invesco am Aktienmarkt nicht unbedingt mit großen Schwankungsbreiten einzelner Werte einher. "Aktien mit hoher Volatilität haben im Durchschnitt eine geringere Rendite", sagte Martin Kolrep, Portfoliomanager bei Invesco, am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Das wiederum stößt sich mit den gängigen Annahmen der Portfolio-Theorie, zumindest wenn die Volatilität gemessen in der Standardabweichung als Risikomaß genutzt wird.

Eine Invesco-Untersuchung von Rendite und Volatilität europäischer Aktien zwischen Juni 2002 und Juni 2010 lasse schwankungsfreudige Titel nicht unbedingt empfehlenswert erscheinen. Dabei wurden insgesamt 507 Aktien berücksichtigt - alle Mitglieder des Stoxx600-Index mit mindestens achtjähriger Historie. Kolrep zog das Fazit: "Zu keinem Zeitpunkt war Volatilität positiv und hat eine hohe Rendite gebracht." Definiert wurde Volatilität als annualisierte Standardabweichung der Monatsrenditen. Insgesamt spreche die Erkenntnis eher etwa für eine "ruhige Aktie" eines Versorgers als für einen Tech-Wert. "Es ist egal, in welche Aktie sie investieren. Die Hauptsache ist, dass sie nicht so viel Volatilität haben", sagt Kolrep.

"Nur auf die Volatilität zu schauen, ist aber auch keine gute Entscheidung", ergänzt Kolrep. So hätten etwa Bankaktien vor der Finanzkrise zu den stabilsten Titeln gezählt und seien dann doch abgestürzt. Es müsse eben auch die Qualität des Unternehmens im Auge behalten werden. Zu vielversprechenden Bewertungsfaktoren zählt er auch den Trend oder das Momentum einer Aktie sowie die Dividendenrendite. Bei der Betrachtung des Trends werde vereinfacht nach dem Prinzip verfahren, dass der Gewinner der Vergangenheit wohl auch der Gewinner der Zukunft sein dürfte.

Dass sich Anleger für Papiere mit einer hohen Schwankungsbreite entscheiden, sei unter anderem auf den "Lotterie-Effekt" zurückzuführen. "Man möchte mit möglichst wenig Einsatz viel erreichen", sagt Kolrep. "Um bei diesem Spiel mitzumachen, sind Menschen bereit, eine Prämie zu zahlen." Anders sei auch nicht zu erklären, dass viele Lotto spielten. "Das fasziniert Menschen."

Nichtsdestotrotz glauben die Invesco-Experten aber auch, dass sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen ein gewisses Risiko bei der Auswahl eines Investments lohnt. "Aktien und Rohstoffe erscheinen uns interessant", sagt Kolrep. Weniger gut sehe es bei Anleihen aus. Das liege insbesondere an den guten Fundamentaldaten. So seien sowohl die Inflation als auch die Zinsen niedrig. "Und die Unternehmensergebnisse sind nicht nur gut, sondern sensationell", betont Bernhard Langer, der bei Invesco für den quantitativen Aktien-Investmentprozess zuständig ist.

Investitionen in Schwellenländern stehen sie grundsätzlich positiv gegenüber, wie Langer betont. Dort sei das Wachstum höher und die Staatsverschuldung deutlich niedriger als in den großen Industrieländern. "Außerdem erhöht die Beimischung von Emerging Markets das Risiko nicht signifikant", sagt Kolrep. Damit einhergehend könnten solche Investments allerdings nicht der Diversifizierung eines Portfolios dienen. "Die Märkte laufen mittlerweile mehr oder weniger gleich." Und dies dürfte sich in Zukunft noch weiter verstärken. Stattdessen gehe es darum, vom besonderen Wachstum in diesen Regionen zu profitieren.

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