Aktien-Rally
Diese Aktien profitieren von Hacker-Angriffen

Geklaute Nacktfotos, gestohlene Daten, gehackte Banken: Die Zahl der Cyber-Attacken nimmt zu. Damit auch die Ausgaben der Unternehmen für mehr Sicherheit. Anleger nutzen die Chance und greifen bei Sicherheitsfirmen zu.
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DüsseldorfKaufe, wenn die Kanonen donnern, lautet eine alte Börsenweisheit. Heute könnte man sagen: Kaufe, wenn die Hacker zuschlagen – und zwar Aktien von Cyber-Sicherheitsunternehmen. Ein Unternehmen profitierte in den vergangenen Tagen besonders von den neuen Hacker-Angriffen auf Apples iCloud , das Playstation Network und sogar auf mehrere US-Finanzinstitute wie JP Morgan.

Das Unternehmen heißt Check Point Software Technologies und kommt aus Israel. Die Aktie erlebt gerade eine Rally und befindet sich auf einem 13-Jahres-Hoch. Innerhalb der vergangenen 30 Tage ging es für das Papier rund zehn Prozent nach oben, letzte Woche gewann die Aktie 1,4 Prozent. Innerhalb eines Jahres steht damit ein Plus von fast 30 Prozent zu Buche.

Das Unternehmen profitiert von negativen Nachrichten wie Hacker-Angriffen – denn es hat sich auf Cyber-Sicherheit spezialisiert und ist die Nummer zwei der Branche. „Jedes Mal, wenn Datenklau in den Medien auftaucht, bekommt der Markt neuen Rückenwind“, kommentierte Analyst Brad Curran der Nachrichtenagentur Bloomberg gegenüber den Erfolg der Aktie.

Der Markt hat viel Potenzial: Während immer mehr Geschäfte im Internet abgewickelt werden, nimmt auch die Zahl der Cyber-Kriminellen zu. Damit steigen aber auch die Unternehmensausgaben für mehr IT-Sicherheit. Laut Bloombergs „Intelligence Data“ werden sich die Ausgaben jährlich um 42 Prozent erhöhen und im Jahr 2018 insgesamt 34 Milliarden Dollar betragen.

Das Unternehmen Check Point wollte die Aussage, dass die Aktie von Hacker-Angriffen profitiere, Bloomberg gegenüber nicht kommentieren. Auf jeden Fall laufen die Geschäfte gut: Von Bloomberg befragte Analysten schätzen, dass die Umsätze dieses Jahr um 6,3 Prozent auf 1,48 Milliarden Dollar wachsen werden – 2013 stiegen sie noch um 3,8 Prozent.

Experten zufolge ist Check Point auch für neue Märkte wie Cloud-Computing gut aufgestellt. Im Nacken hat Check Point allerdings noch kleinere IT-Sicherheitsfirmen aus den USA, die ein rasantes Wachstum hinlegen: FireEye aus Kalifornien wird dieses Jahr um 165 Prozent wachsen und „Palo Alto Networks“ um 47 Prozent, schätzen jedenfalls Analysten.

Check Point hingegen jagt die Nummer eins der Branche: Cisco Systems. Der Markt bietet allerdings genug Platz für alle. „Das Cyber-Security-Problem ist noch lange nicht gelöst“, kommentierte Analyst Jonathan Ho. Eine Aussage, die Check Point und dessen Aktionäre erfreuen dürfte.

Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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