Aktien unter der Lupe
Analysten halten zu Puma

Der Puma ist ein Einzelgänger - und kein Herdentier. Was in der Natur schon seit langem bekannt ist, gilt mittlerweile auch für den deutschen Sportartikelhersteller Puma. So sehen das zumindest Analysten. Dennoch ranken sich immer wieder Übernahmegerüchte um den mittlerweile drittgrößten Sportartikelhersteller der Welt.

FRANKFURT. Erst Ende Januar wurde die amerikanische VF Corp als Interessent genannt, die zahlreiche Textilmarken besitzt – unter anderem den Jeanshersteller Lee. Auch der Name des amerikanischen Sportartikelherstellers Nike taucht immer wieder auf, seit der US-Wettbewerber Reebok durch Adidas im Januar 2006 übernommen wurde.

Deborah Aitken, Analystin der West LB in London, glaubt nicht an solche Spekulationen: „Puma ist infolge seiner positiven Entwicklung in den vergangenen vier Jahren für eine Übernahme viel zu groß geworden.“ Der Umsatz des im MDax gelisteten Unternehmens wachsen seit 2002 rasant. Die Marktkapitalisierung erreicht mittlerweile mehr als 4,6 Mrd. Euro.

Gegen eine Übernahme spricht aber auch die derzeitige Verteilung der Puma-Aktien. Die Erben von Max Herz, einem der beiden Tchibo-Gründer, halten mehr als 25 Prozent. Ausbauen werden sie ihren Anteil nach Aussagen von Analysten nicht: Die Familie Herz habe mehrfach glaubhaft versichert, dass sie nicht mehr als 30 Prozent der Aktien von Puma halten wollen. „Wohl aber auch nicht weniger“, sagt Thilo Kleibauer, Analyst von M.M. Warburg. Er wertet das Aktienpaket der Familie Herz als eine langfristige Investition in das Unternehmen.

Dass die Herz-Erben in absehbarer Zeit kaum verkaufen dürften liegt auch an dem Vertrauen, das sie in das Puma-Management haben können. Konzernchef Jochen Zeitz hat im vergangenen Jahr viel investiert – vor allem in den Ausbau der Marke, unter anderem mit dem Rückkauf von Lizenzen und Übernahmen von Vertriebspartnern vorrangig in Asien und Südamerika. Außerdem hatte Puma die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 genutzt, um für die Marke zu werben. Aufgrund der damit verbundenen Marketingkosten schätzt Kleibauer, dass der Nettogewinn von Puma für 2006 im Vergleich zum Vorjahr mit etwa 264 Mill. Euro knapp acht Prozent geringer ausfällt. Für 2007 nehmen Analysten ein Umsatzplus von rund 15 Prozent an – weniger als die Hälfte des erwarteten Zuwachses für 2006. Neueste Zahlen für das vierte Quartal 2006 legt das Herzogenauracher Unternehmen am 19. Februar vor. Bei dieser Gelegenheit gibt das Management auch den Ausblick für 2007.

Generell gehen Beobachter des Unternehmens aber weiterhin von einer positiven Entwicklung aus: Von insgesamt 30 bei Bloomberg gelisteten Analysten geben immerhin zwei Drittel eine Kaufempfehlung für die Puma-Aktie. Sie erwarten einen Anstieg des Kurses auf durchschnittlich 335 Euro je Aktie.

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