Aktien unter der Lupe
Bauwerte hängen den Dax ab

Die Aktien von Bau- und Baumittelkonzernen haben Anlegern zuletzt viel Freude bereitet. Die schon hohe Bewertung mahnt jedoch zur Vorsicht. Anlager sollten zudem einen Blick über die deutschen Grenzen riskieren.

FRANKFURT. Während der Deutsche Aktienindex (Dax) in den vergangenen drei Jahren „nur“ um rund 70 Prozent stieg, zogen die Bauwerte weitaus stärker an: Bilfinger Berger, Deutschlands zweitgrößter Baukonzern, legte 90 Prozent zu, Branchenprimus Hochtief 140 Prozent, und Deutschlands größter Baustoffhersteller Heidelberg Cement steigerte den Aktienkurs sogar um über 200 Prozent.

Über die weitere Entwicklung der Aktien gehen die Meinungen allerdings auseinander. „Die Kurse sind weitgehend ausgereizt. Wir raten, Bauwerte zu halten, aber nicht mehr zuzukaufen“, sagt etwa Analyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse. „Alle drei haben in den vergangenen Jahren viel getan, sie stehen gut da, jedoch hat die Börse viel vorweg genommen und die Bewertungen sind recht hoch“, gibt sich auch Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe mit Blick auf die drei großen Bautitel eher vorsichtig. Frank Hansen, Fondsmanager beim DIT, hält dagegen: „Gerade bei Hochtief und Bilfinger Berger haben wir es mit einem längerfristigen positiven Trend zu tun, der nicht vorbei ist.“

Tatsächlich weist Heidelberg Cement ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 auf, Hochtief von 40 und Bilfinger Berger von 19 – wesentlich mehr als noch vor Jahren. „Doch die Unternehmen sind heute auch anders strukturiert als vor zehn Jahren", gibt Hansen zu bedenken. Die Loslösung vom konjunkturanfälligen Baugeschäft und die Orientierung hin zu margenträchtigeren Dienstleistungen rechtfertige die höhere Bewertung. Hochtief etwa engagiert sich stark im Flughafengeschäft und bietet Dienstleistungen für Minen an. Bilfinger Berger baut die Wartung von Immobilien und Maschinen kräftig aus. „Dadurch wird die Entwicklung der Unternehmen langfristig stabiler und die Gewinnmargen steigen“, lobt Hansen.

Auch die zunehmende Internationalisierung hilft den Bauwerten, ihre Abhängigkeit vom Deutschlandgeschäft zu reduzieren. Hochtief erwirtschaftet heute mehr als vier Fünftel seiner Umsätze im Ausland, bei Bilfinger Berger liegt der Wert bei über zwei Dritteln. Ähnlich sieht es bei Heidelberg Cement aus. „Diese Strategie ist richtig“, sagt Schlienkamp. Zudem profitierten die Unternehmen so von Wachstumsregionen wie Asien und dem Mittleren Osten.

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