Aktien unter der Lupe
Chipaktien haben Potenzial

In den ersten zehn Monaten des Jahres kletterte der Umsatz der Chipindustrie im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Prozent. Manch andere Branche würde darüber jubeln. An den großen börsennotierten Chipherstellern aus Europa ging der Aufschwung allerdings weitgehend vorbei – zumindest was den Aktienkurs angeht. Doch es gibt Hoffnung, dass sich die Lage bald etwas aufhellt.

MÜNCHEN. Infineon, Qimonda und STMicroelectronics (ST) gaben auf dem Parkett in den vergangenen Monaten trotz jüngster Aufwärtstendenzen ein eher trauriges Bild ab. Beispiel Infineon: Der Kurs des Münchener Chipherstellers dümpelt derzeit bei unter neun Euro – das ist genauso viel wie vor fünf Jahren. Nicht viel besser sieht es beim größten europäischen Halbleiterhersteller ST aus. Die Aktie des französisch-italienischen Unternehmens krebst auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren herum.

Und die Papiere des Münchener Speicherchip-Produzenten Qimonda kosten gerade einmal 8,40 Dollar, das sind fast fünf Dollar weniger als der Ausgabekurs beim Börsengang in New York vor knapp anderthalb Jahren.

Doch es gibt Hoffnung, dass sich die Lage bald etwas aufhellt. So empfiehlt die niederländische Bank ABN Amro die Infineon -Aktien seit einigen Tagen zum Kauf. Der Grund: Die Preise für Speicherchips steigen wieder leicht. Dies ist für Infineon deshalb wichtig, weil das Unternehmen nach wie vor die Mehrheit an Qimonda hält. Bei steigenden Speicher-Preisen klettert auch der Aktienkurs von Qimonda – und Infineon bekommt für die Papiere mehr. Ziel der Münchener ist es, die Titel möglichst schnell loszuwerden. Infineon will sich ganz auf Logikchips etwa für die Auto- und Telekommunikationsbranche konzentrieren. Bis Anfang 2009 werde sich die Trennung aber mindestens noch hinziehen, hat Infineon mehrmals erklärt.

Allerdings: Große Sprünge erwarten die ABN -Experten trotz des besseren Umfelds nicht. Sie haben erst einmal ein Kursziel von zehn Euro ausgegeben. Die Analysten der Dresdner Bank schauen da schon etwas weiter in die Zukunft und gehen davon aus, dass Infineon nach einer Trennung von Qimonda wesentlich besser als heute dastehen wird. Sie empfehlen die Aktie und sehen einen Kursanstieg auf bis zu 18 Euro.

Wenn die Prognosen der Unicredit -Analysten eintreffen, dann wird auch der Aktienkurs von ST schon bald steigen. Die Experten rechnen damit, dass die Papiere von derzeit etwa 10,50 Euro auf 14,50 Euro klettern und empfehlen sie deshalb zum Kauf. Der Grund: Das Umfeld sehe ganz gut aus und so sei damit zu rechnen, dass ST das für das laufende Quartal angestrebte Umsatzwachstum von vier bis neun Prozent erreiche.

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