Aktien unter der Lupe
Post-Aktie lockt mit Dividende

Obwohl die Deutsche Post Ende des Jahres ihr Briefmonopol verliert und obwohl die Konkurrenten aggressiv in den Markt drängen, entwickelt sich die Aktie des Branchenführers zu einem Favoriten der Analysten. Sie gehen von stetigen Gewinnsteigerungen aus und erwarten höhere Ausschüttungen.

BONN. Dafür sorgt nach Einschätzung von BHF-Bank-Analyst Nils Machemehl vor allem ein kontinuierliches operatives Ergebniswachstum in den nächsten Jahren. Denn der Konzern erledigt seine Hausaufgaben bei der Integration der Übernahmen und kommt geschäftlich gut voran. Markus Hesse von Sal. Oppenheim argumentiert ähnlich: In den nächsten fünf Jahren werde die Post die Ernte ihrer milliardenschweren Einkaufstour im Ausland einfahren.

Die Deutsche Post als Europas größter Postkonzern sei gut aufgestellt, um von dem sich beschleunigenden Wachstum des Welthandels zu profitieren, ist Nick van den Brul von Exane BNP Paribas überzeugt. Viele Investoren seien zu pessimistisch, was die Auswirkungen der Liberalisierung im Briefsektor betreffe, der immer noch den Löwenanteil zum Gewinn des Konzerns beisteuert. Die Integration der Übernahmen, insbesondere des britischen Logistikers Exel, und das neue Management in der Paket- und Logistiksparte würden noch beträchtliche Werte innerhalb des Konzerns freisetzen, die die Rückgänge im Briefgeschäft durch den neuen Wettbewerb kompensierten, meint van den Brul.

„Ein starker Cash-Flow und eine solide Finanzlage sollte eine weitere Steigerung der Dividende ermöglichen“, fordert Machemehl. Er hält eine Erhöhung der Ausschüttungsquote auf 50 Prozent für realistisch. 2005 waren es 35 Prozent. Bereits für 2006 erwartet er eine Anhebung auf 46 Prozent.

Vor allem die Stabilisierung der US-Aktivitäten im Paketgeschäft (Express) verbunden mit einer Reduzierung der Verluste führen laut Machemehl zu der erwarteten Ergebnisverbesserung. Nachdem DHL im Expressgeschäft das Qualitätsniveau in den USA an das Niveau der beiden Wettbewerber UPS und Fedex angepasst habe, gewinne das Unternehmen neue Kunden zu attraktiven Konditionen. Offiziell strebe die Post die Gewinnschwelle in den USA für 2009 an, nach internen Planungen solle der Break-Even aber früher erreicht werden. Auch in der Logistiksparte komme DHL mit der Integration der Exel gut voran.

Belastungen könnten sich zwar aus der Liberalisierung des deutschen Briefmarktes ergeben, meint Machemehl. Allerdings sei die Post schon heute gut vorbereitet und habe ihre Kostenstruktur flexibilisiert sowie zusätzliche Geschäfte im In- und Ausland aufgebaut. Damit sei sie auf einen Umsatzrückgang gut vorbereitet. Als Ultima Ratio bezeichnet Machemehl einen Personalabbau. Bei einem Umsatzrückgang von zehn Prozent gehe die Post von 16 000 überschüssigen Stellen aus.

Machemehl warnt aber vor einer Dramatisierung der Ausgangslage. Zwar gebe es 750 Anbieter im Briefmarkt, doch mit TNT und Pin Group gebe es nur zwei ernst zu nehmende Wettbewerber. Ohnehin sei das Monopol der Post schon heute löchrig. Bereits jetzt herrsche ein starker Wettbewerb, ohne dass deswegen der Gewinn sinke.

Dass die Post trotz günstigerer Preise der Wettbewerber nur moderat Marktanteile verliere, liege an der vergleichsweise guten Qualität ihrer Zustellung.

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