Aktien von europäischen Privatkunden-Banken stehen in der Analystengunst weit oben
Postbank trifft auf starke Konkurrenz

Vier Tage sind es noch, dann ist der Börsengang der Postbank – sofern alles nach Plan läuft – abgeschlossen. Fortan muss sich die führende deutsche Privatkunden-Bank nicht nur im operativen Geschäft mit der Konkurrenz auseinander setzen, sondern die Investoren auch davon überzeugen, dass die eigenen Aktien im Vergleich zu denen anderer Banken bessere Ertragsperspektiven bieten.

DÜSSELDORF. Anders als Dresdner, Commerzbank oder Hypo-Vereinsbank erzielt die Postbank jedoch den überwiegenden Teil ihrer Erlöse im Privatkundengeschäft. Das erschwert die Vergleichbarkeit der Postbank-Aktie mit diesen Titeln. Zur Vergleichsgruppe – im Fachjargon „Peer Group“ genannt – zählen Postbank und Analysten daher europäische Geldhäuser mit Schwerpunkt im Privatsektor wie Royal Bank of Scotland, Unicredito Italiano oder die spanische Banco Popular.

Unter Finanzanalysten gelten die europäischen Konkurrenten der Postbank als Vorzeigebanken. Für die Aktien der Privatkundenhäuser gibt es überproportional viele Kaufempfehlungen. Für die Postbank, die sich ihre Anhängerschaft an der Börse noch suchen muss, schafft die große Sympathie der Experten für Häuser mit ähnlichem Geschäftsmodell damit gute Voraussetzungen.

Andererseits müssen die Bonner die Investoren schnell davon überzeugen, dass sie ebenso erfolgreich und profitabel arbeiten können wie die Konkurrenz, wenn sie die Aktien der Postbank platzieren wollen. Denn viel versprechende Alternativen gibt es reichlich. „Die Postbank liegt in Sachen Profitabilität am unteren Ende der europäischen Privatkundenbanken“, bemängelt Analyst Kian Abouhossein von JP Morgan. Bei wichtigen Kennziffern wie der Eigenkapitalrendite oder dem Verhältnis von Kosten zum Ertrag (Cost-Income- Ratio) liegt die Post-Tochter im Vergleich mit der Peer Group deutlich zurück.

Absoluter Spitzenreiter hinsichtlich Effizienz und Profitabilität ist die spanische Banco Popular mit einer Eigenkapitalrendite von 37 Prozent und einer Kostenquote von 40 Prozent. Zuletzt blieb die drittgrößte spanische Bank mit ihrem Quartalsergebnis aber erstmals hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurück, da die Margen auf Grund des geringeren Zinsniveaus stärker als erwartet zurückgingen. Auch die Analysten sind seither vorsichtiger geworden. Die Deutsche Bank etwa bewertet Popular-Aktien derzeit nur mit „halten“.

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