Aktienemission
Befreiungsschlag für Heidelcement

Die milliardenschwere Aktienemission des Baustoffkonzerns ist eine der größten Aktienplatzierungen in Deutschland seit der Kapitalerhöhung der Deutschen Telekom im Jahr 2000. Heidelberg Cement kommt bei Großanlegern gut an, der Konzern erlöst mit seiner Platzierung über vier Milliarden Euro.

FRANKFURT. Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement erlöst mit seiner Platzierung von alten und neuen Aktien nach Informationen aus Finanzkreisen über vier Mrd. Euro, 2,1 Mrd. davon stammen aus der Platzierung von Altaktionären und 2,25 aus der Neuemission. Die 62,5 Mio. Aktien werden Investoren im In- und Ausland für 37 Euro angeboten. Der aktuelle Kurs der Heidelcement-Aktie liegt bei gut 44 Euro. Sämtliche neuen Aktien seien im Rahmen einer Privatplatzierung platziert worden. Die Bezugsfrist soll vom 24. September bis 7. Oktober laufen.

Vor allem habe es eine große Nachfrage von institutionellen Investoren aus den USA und Großbritannien gegeben, sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele. Den Erlös will Heidelberg Cement für den Abbau der Schulden von zuletzt 11,3 Milliarden Euro verwenden. Die Schuldenlast stammt überwiegend aus dem 14 Milliarden Euro teuren Kauf des britischen Wettbewerbers Hanson.

Neben den neuen Aktien wurden 57,2 Millionen Aktien von Altaktionären verkauft. Zu den Altaktionären zählt vor allem der bisher größte Aktionär Ludwig Merckle, Sohn des im Januar verstorbenen Milliardärs Adolf Merckle. Merckle ist derzeit noch mit rund 72 Prozent an dem Baustoffkonzern beteiligt. Nach Abschluss der Aktienplatzierung könnte sich der Streubesitz auf mindestens 70 Prozent erhöhen, hieß es weiter.

Damit kommt es zu einer der größten Aktienplatzierungen in Deutschland. Die mit Abstand größte war im Jahr 2000 die Kapitalerhöhung der Deutschen Telekom im Volumen von 12,8 Mrd. Dollar, wie der Finanzdatenanbieter Thomson Reuters errechnet hat. Seit 2003 waren nur die Aktienemissionen der Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück mit 4,8 und 4,6 Mrd. Dollar größer als die bevorstehende Platzierung bei Heidelcement.

Insider sprachen von einer hohen Nachfrage aus dem Ausland. Gerade in den USA, wo Heidelcement mit seiner Tochter Hanson stark vertreten ist, berichten Insider von hohen Orders. Auch in Großbritannien interessierten sich sowohl langfristig ausgerichtete Fonds der Größenordnung von Fidelity als auch Hedge-Fonds für die Aktie. In Deutschland blieb das Interesse hingegen verhalten. Beobachter rechnen deshalb nicht damit, dass die globalen Koordinatoren Morgan Stanley und Deutsche Bank sowie der gemeinsame Konsortialführer BNP Paribas nach Diskussionen mit den Eigentümern und dem Management dem Heimatmarkt über 25 Prozent zuteilen werden. Großanleger hatten bis Montagnachmittag sechs Tage Zeit, die Aktien zu zeichnen.

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