Aktienemission
Versatel testet Börsenklima

Der bevorstehende Börsengang (IPO) des Düsseldorfer Telekomunternehmens Versatel wird zum Gradmesser für die Belastbarkeit der aktuellen IPO-Konjunktur. Denn die für den 27. April geplante Emission soll mit einem erwarteten Erlös von knapp einer Milliarde Euro nicht nur der bisher mit Abstand größte Börsengang in diesem Jahr werden. Experten beobachten auch gespannt, ob eine Telekomaktie nach dem schlechten Abschneiden der Branche in den vergangenen Jahren an der Börse ohne größeren Abschlag platziert werden kann.

FRANKFURT. Versatel ist nach eigenen Angaben mit rund 800 Mill. Euro verschuldet. Diese Schulden sollen teilweise mit dem Emissionserlös von netto bis zu 419 Mill. Euro beglichen werden. In den vergangenen Jahren sorgte eine solche Konstellation bei Investoren ebenfalls für Bedenken. Sollten die Anleger trotzdem großes Interesse zeigen, wäre dies ein wichtiges Signal für die in den Startlöchern stehenden weiteren Börsenkandidaten.

Denn wider Erwartungen verlief die IPO-Konjunktur im ersten Quartal weit weniger erfolgreich als gedacht. Die Erlöse sanken in den ersten drei Monaten des neuen Jahres von 480 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 252 Mill. Euro, hat die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) errechnet. Grund dafür ist laut Partner Volker Fitzner, dass es in diesem Zeitraum zwar 17 Börsengänge an der Deutschen Börse gab, dabei jedoch keine nennenswerten Volumina zu erkennen waren. Erst Anfang April kamen mit den beiden Immobilien-unternehmen Estavis und Alstria Office erste Gradmesser, die gut am Markt aufgenommen wurden.

Deswegen sind die betreuenden Banken bei Versatel zuversichtlich. „Größe ist derzeit ein Vorteil bei Börsengängen“, sagt Achim Schäcker von Credit Suisse. Zumal Versatel mit einem zu erwartenden Gesamtemissionserlös von rund 950 Mill. Euro mehr als doppelt so viel Volumen hat ist wie der bislang größte Börsengang Alstria Office, der 437 Mill. Euro einbrachte und mehrfach überzeichnet war. Nach wie vor stützt die hohe Liquidität am Markt sowie das starke Interesse angelsächsischer Investoren, sagt Schäcker.

Dass mit Versatel erstmals seit Jahren wieder ein Unternehmen aus der Telekombranche an die Börse drängt, sehen viele Investoren indes nicht als Malus. In den vergangenen Jahren haben die Titel der Branche beinahe traditionell am Aktienmarkt enttäuscht. Hier gelte es jedoch zu differenzieren, heißt es von Investorenseite. Enttäuscht haben vor allem die Schwergewichte Deutsche Telekom, France Télécom und Telecom Italia. Die Kurse der spezialisierten Nischenanbieter – in Deutschland allen voran United Internet und QSC – haben dagegen überdurchschnittlich zugelegt.

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