Aktienfokus
Bayer am Dax-Ende

Bayer-Aktien haben am Montag mit Kursverlusten auf die Anteilsaufstockung der Darmstädter Merck-Gruppe an Schering reagiert. Merck hält nun 18,6 Prozent der Schering-Anteile, wie aus einer am Wochenende veröffentlichten Merck-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

dpa-afx FRANKFURT. Bayer-Aktien haben am Montag mit Kursverlusten auf die Anteilsaufstockung der Darmstädter Merck-Gruppe an Schering reagiert. Merck hält nun 18,6 Prozent der Schering-Anteile, wie aus einer am Wochenende veröffentlichten Merck-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Gegen 9.35 Uhr verloren die Titel des Leverkusener Unternehmens als Dax-Schlusslicht 2,24 Prozent auf 32,36 Euro. Aktien von Schering standen mit 0,07 Prozent auf 86,31 Euro leicht im Plus und kletterten damit über das Übernahmeangebot von Bayer in Höhe von 86 Euro. Der deutsche Leitindex verlor zeitgleich 0,14 Prozent auf 5 456,30 Zähler. Im MDax lagen Merck mit 0,31 Prozent auf 73,72 Euro leicht im Minus, der Index mittelgroßer Werte stieg um 0,30 Prozent auf 7 720,58 Punkte.

Nach Ansicht eines Analysten ist die Entwicklung "extrem spannend". Der aktuelle Anteil von Merck reiche schon fast aus, um die Bayer-Pläne scheitern zu lassen. "Man weiß ja auch nicht, wer noch im Markt ist und sich vielleicht einen größeren Anteil gesichert hat", hieß es weiter. Solch ein Anteil könnte dann auch Merck angedient werden. "Wenn Bayer die erforderlichen 75 Prozent nicht erreicht, bleibt der Konzern allerdings frei in ihrer Entscheidung, ob das Angebot erhöht wird oder nicht. Sollten die Leverkusener bis Mittwoch diese Grenze überschreiten, bleibt ihnen keine Wahl mehr," erklärte der Experte. Wie sich das Unternehmen dann mit Merck einigt, dürfte noch zu einigen Spekulationen führen.

Die Experten von equinet sehen mehrere Ziele, die Merck mit dem Anteilskauf verfolgen könnte. "Wahrscheinlich wollen sie einen höheren Preis für ihren Anteil erzielen", schrieben die Experten in einem ersten Kommentar. Aber auch ein Interesse an einzelnen Geschäftsbereichen oder Patentrechte werde nicht ausgeschlossen. Diese Ansicht vertritt auch die Landesbank Rheinland-Pfalz. "Es könnte um die zukünftige strategische Positionierung gehen", schreibt Analystin Silke Stegemann. Insbesondere könnte Merck am Onkologiebereich von Schering interessiert sein.

Merck Finck & Co. rechnet damit, dass Bayer die erforderlichen 75 Prozent nicht mehr so einfach erreichen kann. Ein höheres Angebot dürfte wahrscheinlich sein und auch die Zustimmung von Schering finden. Denn nur dann kann der Leverkusener Konzern noch in diesem Jahr nachlegen, so die Analysten. "Schering wird früher oder später übernommen werden, zunächst wirde sich die Transaktion aber verschoben." Bayer habe allerdings die besseren Chancen, als Sieger aus diesem Übernahmestreit hervorzugehen.

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