Aktienfokus
Bayer nach Gebotserhöhung schwächer

Trotz des weiter gärenden Übernahmestreits zwischen Bayer und Merck um den Berliner Pharmakonzern Schering haben an diesem Mittwoch zeitweise alle drei Aktien zugelegt. Nach der Erhöhung des Gebotspreises für Schering drehten Bayer dann jedoch ins Minus.

dpa-afx FRANKFURT. Trotz des weiter gärenden Übernahmestreits zwischen Bayer und Merck um den Berliner Pharmakonzern Schering haben an diesem Mittwoch zeitweise alle drei Aktien zugelegt. Nach der Erhöhung des Gebotspreises für Schering drehten Bayer dann jedoch ins Minus.

Bis 11.30 Uhr verloren die Bayer-Titel 0,62 Prozent auf 30,37 Euro, während Schering um 2,00 Prozent auf 88,94 Euro zulegten. Der Dax fiel zugleich um 0,14 Prozent auf 5 284,81 Punkte. Merck rückten um 2,12 Prozent auf 69,90 Euro vor. Zeitgleich gab der MDax um 2,07 Prozent auf 7 134,76 Zähler nach.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer, der inzwischen rund 35 Prozent an Schering hält, erarbeitet derzeit ein Pflichtangebot für die ausstehenden Anteilsscheine und hat den Angebotspreis für Schering auf 88 Euro je Titel erhöht. Zugleich reichte Bayer am US-Kapitalmarkt, an dem die Schering-Aktie ebenfalls notiert ist, Schadensersatzklage gegen Merck ein. Die Darmstädter Merck nähert sich durch ihre Aktienkäufe inzwischen der Sperrminorität von 25 Prozent. Laut einem Pressebericht vom Vortag will Merck mit dem Kauf von Schering-Aktien lediglich einen höheren Preis aushandeln und zielt dabei angeblich auf einen Preis von mehr als 90 Euro je Aktie.

Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz bestätigte die Bayer-Aktie trotz aller Widernisse mit "Outperform". Sie verweist aber darauf, dass der Kauf von Schering bei einem von Merck angestrebten Preis von mehr als 90 Euro für Bayer deutlich teurer würde, und sich dann über 17 Mrd. Euro beliefe. Die HVB verweist neben den höheren Kosten zudem darauf, dass die Übernahme nun länger dauern werde. "Aber am Ende rechnen wir damit, dass Bayer erfolgreich sein wird und bestätigen daher unser Anlageurteil für die Bayer-Aktie mit 'Outperform'", schrieben die Analysten der HVB.

Auch Analyst Carsten Kunold von Merck Finck & Co rechnet letztlich mit dem Erfolg Bayers, aber einem deutlich höheren Preis für Schering. Doch der Tumult um die Übernahme und die Verteuerung dürften der Bayer-Aktie keine positiven Impulse geben, weshalb Kunold Bayer mit "Hold" bestätigte.

Analyst Martin Possienke von equinet geht davon aus, dass es zu einer Einigung zwischen Bayer und Merck kommt und dass ein Preis für Schering unter 90 Euro schwer vorstellbar sei. Für ihn sind Merck - und Schering-Aktionäre die Gewinner dieser Übernahme.

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