Aktienfokus
Bayer und Merck unter Druck

Die Titel der beiden Konkurrenten um die Schering-Übernahme Bayer und Merck haben am Dienstag erneut deutlich unter Druck gestanden. Gegen 10.00 Uhr verloren Bayer-Titel 3,56 Prozent auf 31,13 Euro, Merck rutschten im MDax mit 3,58 Prozent auf 69,40 Euro ins Minus.

dpa-afx FRANKFURT. Die Titel der beiden Konkurrenten um die Schering-Übernahme Bayer und Merck haben am Dienstag erneut deutlich unter Druck gestanden. Gegen 10.00 Uhr verloren Bayer-Titel 3,56 Prozent auf 31,13 Euro, Merck rutschten im MDax mit 3,58 Prozent auf 69,40 Euro ins Minus. Der Dax gab zeitgleich 1,71 Prozent auf 5 303,21 Punkte ab, der MDax fiel um 2,96 Prozent auf 7 326,62 Zähler. Schering standen hingegen als einziger Dax-Wert mit 0,68 Prozent auf 86,84 Euro im Plus.

Die Entwicklung spitzt sich deutlich zu: Bayer erwägt nun nach eigenen Angaben den Kauf von Schering-Aktien über dem bisherigen Angebotspreis von 86 Euro. Kurz vor Ende der Angebotsfrist für die Mrd.-Offerte von Bayer an diesem Mittwoch geht Merck mit großen Schritten auf eine Sperrminorität von 25 Prozent zu und verfügt laut einer Veröffentlichung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montagabend über 20,71 Prozent der Schering-Aktien. Dem "Handelsblatt" zufolge zielen die Darmstädter lediglich auf einen höheren Preis ab und planen nicht, die Übernahme durch Bayer zu verhindern.

Nach Ansicht eines Analysten dürfte diese Variante die plausibelste sein, denn eine mögliche Zerschlagung, wie sie die "Rheinische Post" ins Spiel gebracht hat, würde sehr viel Arbeit nach sich ziehen. Auszuschließen sie eine solche Entwicklung aber nicht, sagte der Experte weiter.

Ein anderer Analyst hält eine mögliche Zerschlagung des Schering-Konzerns hingegen für realistisch. "Dass Siemens als Verbündeter von Merck auftreten könnte, ist eine interessante Idee, Siemens würde ins Bild passen." Der Technologiekonzern könne eine Finanzierung für Merck stellen oder ebenfalls Teilbereiche übernehmen. Die Verhandlungen dürfen durch die jüngste Entwicklung sehr hart geführt werden, denn "Bayer ist stinksauer nach der Aktion von Merck", kommentierte der Experte weiter.

Allerdings müsse auch bedacht werden, dass die Darmstädter, falls sie ihren Anteil auf über 30 Prozent erhöhen sollten, ebenfalls ein Abfindungsangebot machen müssen. "Das dürfte Merck versuchen zu umgehen, da sie wohl eher an einzelnen Bereichen wie der Onkologie interessiert sein dürften", hieß es von einem Marktteilnehmer. Aus seiner Sicht werde es wohl darauf hinauslaufen, dass Bayer einige Bereiche an Merck abtreten muss, um Schering nicht vollständig zu verlieren. "Die Onkologie kann allerdings schon als große Rosine angesehen werden. Auch wenn sich Merck diese gerne rauspicken würde, wird sich Bayer davon nicht trennen wollen".

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