Aktienfokus
Deutsche Börse drehen ins Minus

Nach dem Beschluss zur Fusion des New Yorker Börsenbetreibers Nyse und der Fünf-Länder-Börse Euronext sind die Aktien der Deutschen Börse am Freitag auf Berg- und Talfahrt gegangen.

dpa-afx FRANKFURT. Nach dem Beschluss zur Fusion des New Yorker Börsenbetreibers Nyse und der Fünf-Länder-Börse Euronext sind die Aktien der Deutschen Börse am Freitag auf Berg- und Talfahrt gegangen. Die Titel des Frankfurter Mitbewerbers fielen nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen bis 12.45 Uhr um 1,43 Prozent auf 105,00 Euro - das Tageshoch hatte bei 109,46 Euro gelegen. Der Leitindex Dax rückte um 0,63 Prozent auf 5 743,24 Punkte vor.

Die Deutsche Börse hielt sich nach dem Beschluss zur Fusion der Nyse und der Euronext bedeckt. "Kein Kommentar", sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse in Frankfurt. Nyse und Euronext hatten die Transaktion am Donnerstagabend bekannt gegeben. Die Deutsche Börse hat selbst um die Euronext geworben. Nach der Unterzeichnung der Fusionsvereinbarung zwischen Nyse und Euronext dürfte sie es nun viel schwerer haben, die Euronext- Aktionäre noch für ihre Offerte zu gewinnen.

Nach Ansicht von Independent Research stehen die Frankfurter nun unter Zugzwang. Die Analysten sind allerdings skeptisch, dass das Dax-Unternehmen ein teureres Übernahmeangebot vorlegen und sich damit auf einen Bieterwettstreit einlassen wird. Die Einschätzung "Akkumulieren" und das Kursziel von 109,50 Euro werde beibehalten.

"Die Nachricht kommt zwar nicht überraschend, belastet aber dennoch den Kurs der Deutschen Börse, da die Chancen für die Frankfurter zusehends schwinden", sagte ein Händler. Die Frage stelle sich, was die Deutsche Börse nun mache. Als andere Partner gebe es noch die Chicago Mercantile Exchange (CME), Zürich, Madrid oder Mailand.

Ein anderer Marktteilnehmer sagte: "Das könnte eine bittere Zeit für die Deutsche Börse und ihren Aktienkurs werden." Zugleich befürchteten einige Händler, dass die Deutsche Börse ein höheres Gegengebot macht.

Es gab aber auch positive Stimmen am Markt. "Für die Deutsche Börse ist das alles ein Glücksfall, da sie vor einer Fehlentscheidung bewahrt wurde. Jetzt kann sie sich auf bessere Schachzüge wie Schweiz, Italien, Osteuropa oder Asien konzentrieren", sagte ein Händler.

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