Aktienfokus
Deutsche Börse knapp behauptet

Die Aktie der Deutschen Börse hat am Mittwoch kaum auf skeptische Fusionsaussagen seitens der Euronext und der Bekanntgabe eines weiteren LSE-Anteilskaufs durch die Nasdaq reagiert.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktie der Deutschen Börse hat am Mittwoch kaum auf skeptische Fusionsaussagen seitens der Euronext und der Bekanntgabe eines weiteren LSE-Anteilskaufs durch die Nasdaq reagiert. Bis 15.45 Uhr gab das Papier des Frankfurter Marktbetreibers um 0,57 Prozent auf 112,73 Euro nach, während der Dax 0,64 Prozent auf 6 012,43 Punkte verlor.

Analysten werteten die Aussagen des Euronext-Managements, eine Fusion mit der Deutschen Börse abzulehnen, als "nicht überraschend". Dass die elektronische US-Börse Nasdaq ihren Anteil an der Londoner Börse weiter aufgestockt habe, zeige, wie wichtig den Amerikanern ein Engagement in Europa sei. Das setze zwar die anderen Börsen in Europa weiter unter Zugzwang, sei aber ebenfalls nicht überraschend, hieß es.

"Dass sich die Deutsche Börse und Euronext weder auf ein Basismodell für eine gemeinsame Börse einigen können noch auf einen Standort ist nicht neu", sagte ein Analyst. Daher sei der Rat des Euronext-Managements, einen Antrag einiger Anteilseigner für eine Fusion mit der Deutschen Börse abzulehnen "nichts besonderes".

"Die Hauptversammlung der Euronext wird sicher spannend", sagte er weiter. Auf der einen Seite dürften die Hedgefonds sich für eine Fusion stark machen. Auf der anderen Seite stünden verschiedene französische Banken mit rund zehn Prozent Beteiligung an Euronext, die eine solche Fusion zu verhindern versuchten. "Der Ausgang ist meines Erachtens offen", sagte der Experte.

"Alles Spielchen", sagte auch ein weiterer Analyst. "Die Euronext will nicht Juniorpartner sein und die Politik mischt sich da auch noch rein", sagte er. "Das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine Fusion." Dass die Euronext nun endlich offen gesagt habe, dass die Gespräche mit der LSE abgebrochen worden seien, sei auch nicht überraschend gewesen. "Das war eh lächerlich, die Euronext hätte sich eine Übernahme der Londoner Börse sowieso nicht leisten können", sagte er.

Die Aktien der Börsen reagieren seiner Meinung nach derzeit so gut wie gar nicht auf fundamentale Daten, sondern würden allgemein von Erwartungen und Spekulationen getrieben. Die Frankfurter werden am Donnerstagabend ihre Zahlen für das erste Quartal vorlegen.

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