Aktienfokus
Deutsche Börse sehr schwach

Die Aktien der Deutschen Börse sind am Montag nach Bekanntgabe eines Gebots der US-Börse Nyse Group für die Fünf-Länder-Börse Euronext kräftig unter Druck geraten. Gegen 9.50 Uhr verloren die Papiere des Frankfurter Börsenbetreibers 3,82 Prozent auf 106,51 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien der Deutschen Börse sind am Montag nach Bekanntgabe eines Gebots der US-Börse Nyse Group für die Fünf-Länder-Börse Euronext kräftig unter Druck geraten. Gegen 9.50 Uhr verloren die Papiere des Frankfurter Börsenbetreibers 3,82 Prozent auf 106,51 Euro. Der Leitindex Dax gab unterdessen 0,85 Prozent auf 5 624,38 Zähler ab.

Die Nyse hatte ein Angebot in Höhe von 0,980 eigenen Anteilen und 21,32 Euro in bar je Euronext-Anteil gemacht. Dieses liege aber unter dem aktuellen Aktienkurs der Euronext. Händlern zufolge wird es nun mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Bieterstreit kommen. Nach Einschätzung der Analysten von Cheuvreux geht der Übernahmekampf um die Euronext nun erst los.

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bestätigte die Aktien der Deutschen Börse nach der Nyse-Offerte mit "Underperformer" mit einem Kursziel von 93 Euro. "Angesichts der politischen Lage räumen wir den Amerikanern höhere Chancen ein, in Paris zum Zuge zu kommen", berichtete Analyst Olaf Kayser. "Damit die Deutsche Börse noch eine Chance hat, muss sie aus unserer Sicht ein signifikant höheres Angebot abgeben, um die politischen Widerstände des Euronext-Managements zu überwinden". Dies wäre mit höheren Synergien zu rechtfertigen. Sollte die Deutsche Börse nicht erfolgreich sein, so erwartet die LRP eine negative Kursperformance der Aktie. Auch bei einem Erfolg sei ein Großteil der Kursphantasie durch die Fusion bereits im Kurs enthalten.

Nach Worten von equinet-Analyst Roland Pfänder bleibt es abzuwarten, ob die Deutsche Börse ein Gegenangebot für Euronext abgeben werde. Dies könnte die Bewertung der Fünfländerbörse noch weiter nach oben treiben. Sollte es zu einem Bieterkampf kommen und die Deutsche Börse diesen gewinnen, würde dies ihren Börsenwert deutlich verwässern. Der Experte bewertet Aktien des deutschen Börsenbetreibers weiterhin mit "Reduce" und einem Kursziel von 102 Euro.

Für Merck Finck & Co hat das Nyse-Angebot die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Euronext-Aktionäre sich für für den Vorschlag der Deutschen Börse aussprechen werden. Das Analysehaus bekräftigt die Aktien des deutschen Börsenbetreibers mit "Sell".

Ein Gegenangebot des deutschen Börsenbetreibers dürfte nach Ansicht eines Marktteilnehmers als feindlich bewertet werden, da die Euronext wohl eine Fusion mit der Nyse favorisiere. "Der Aktienkurs wird daher wohl deutlich unter Druck geraten, ein Kursverlust bis auf 104 Euro ist durchaus möglich", so der Händler weiter.

Unterdessen stuften die Analysten von Cheuvreux Euronext von "Underperform" auf "Outperform" hoch. Das Nyse-Angebot dürfte vom Markt und dem Euronext-Management bevorzugt werden, hieß es in einer Studie. Der Übernahmekampf gehe nun erst los.

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