Aktienfokus
Deutsche Börse sehr schwach

Deutsche-Börse-Papiere sind am Dienstag nach einem Pressebericht über eine Angebotsnachbesserung für die Euronext-Aktionäre im schwachen Gesamtmarkt kräftig auf Talfahrt gegangen.

dpa-afx FRANKFURT. Deutsche-Börse-Papiere sind am Dienstag nach einem Pressebericht über eine Angebotsnachbesserung für die Euronext-Aktionäre im schwachen Gesamtmarkt kräftig auf Talfahrt gegangen. Bis 11.50 Uhr verloren sie 5,71 Prozent auf 93,98 Euro, während der Dax zugleich um 1,67 Prozent auf 5 305,47 Punkte nachgab. Händler und Analysten fürchten die Verluste vor allem auf den Pressebericht zurück. Einer war allerdings dennoch skeptisch, da auch die Euronext-Aktie mit minus 7,28 Prozent auf 64,35 Euro deutlich nachgab.

Die Deutsche Börse erwägt einem Bericht der "FTD" (Dienstag) zufolge, ihr Fusionsangebot an die Euronext-Aktionäre durch eine andere Art der Berechnung zu versüßen. Damit will sie die US-Börse Nyse noch ausstechen, die sich mit der Euronext-Spitze bereits auf eine acht Milliarde Euro schwere Fusion geeinigt hat.

"Der Pressebericht ist sicherlich der Hauptgrund für die Kursverluste heute, denn eine Fusion mit der Euronext ist zwar unter strategischen Aspekten sehr gut, doch kann sie sehr teuer werden", sagte Analyst Matthias Engelmayer von Independent Research. Die neue Holding, die die Deutsche Börse schaffen wolle, inklusive einer Sonderausschüttung an die Aktionäre von zwei Mrd. Euro, müsse zum Großteil fremdfinanziert werden. Sollte das Barangebot erhöht werden, werde auch der Anteil der Fremdfinanzierung höher und das sei eindeutig negativ zu werden.

Analyst Karsten Keil von der Helabatrust sieht bereits das derzeitige Angebot der Deutschen Börse an die Euronext als "nicht gerade niedrig" an. "Sollten die Frankfurter den Preis noch deutlich aufstocken, fragt es sich, ob das ökonomisch noch gerechtfertigt ist", sagte er.

Ein Börsianer sagte: "Wenn ich mir anschaue, dass nicht nur die Aktie der Deutschen Börse, sondern auch die der Euronext kräftig nachgibt, dann kann ich mir allenfalls vorstellen, dass in diesem Fusionswirrwarr die Hedge-Fonds inzwischen selbst kalte Füsse bekommen und sich von Anteilen trennen."

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