Aktienfokus
EADS brechen um 20% ein

EADS-Aktien sind am Mittwoch wegen Verzögerungen beim Großflugzeug A380 eingebrochen. Die Papiere des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns fielen gegen 10.20 Uhr um 20,30 Prozent auf 20,30 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. EADS-Aktien sind am Mittwoch wegen Verzögerungen beim Großflugzeug A380 eingebrochen. Die Papiere des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns fielen gegen 10.20 Uhr um 20,30 Prozent auf 20,30 Euro. In gut einer Handelsstunde wechselten auf Xetra mit 770 000 Aktien bereits drei mal so viele Titel den Besitzer als am gesamten Vortag. Der MDax verlor zugleich 1,01 Prozent auf 7 212,12 Punkte.

Die negativen Aussagen zum A380 sind nach Ansicht eines Händlers "eine Katastrophe". Die Kursentwicklung sei in den vergangenen Wochen und Monaten erheblich von Nachrichten um den A380 geprägt worden - entsprechend sei nun Druck auf die Aktien. Technisch sehe die Aktie stark angeschlagen aus.

Analysten reagierten am Morgen bereits negativ auf die Nachrichten. Die Deutsche Bank senkte EADS-Titel von "Buy" auf "Hold" und reduzierte das Kursziel von 33 auf 26 Euro. Die Warnung von Airbus für das Großflugzeug A380 sei negativ, schrieb Analyst Ben Fidler. Die Aussagen zu weiteren Verzögerungen und erhöhten Kosten seien eine "materielle Enttäuschung".

Credit Suisse bewertet die Verzögerungen ebenfalls sehr negativ. Ein Kursabschlag von 1,00 bis 2,50 Euro je Aktie sei unmittelbar gerechtfertigt, so die Experten. Im derzeit unsicheren Marktumfeld straften Investoren die Aktien sogar noch stärker ab. Allerdings sei EADS bereits der günstigste Titel der Branche. Die Verzögerung sei negativ, für die Gruppe aber keine fundamentale Änderung. Die Analysten bestätigten den Titel mit "Neutral" und einem Kursziel von 28,00 Euro.

Die HVB stufte EADS-Aktien von "Buy" auf "Outperform" ab und senkte das Kursziel von 40 auf 31 Euro. Die Verzögerung beim Großflugzeug A380 sei so etwas wie ein "worst case scenario", schrieb Analyst Stefan Halter. Auch die WestLB senkte ihr Ziel von 36 auf 32 Euro, die Empfehlung bleibe "Add".

Rund sechs Monate vor dem geplanten Ersteinsatz des A380 hat Airbus den Auslieferungszeitplan um ein gutes halbes Jahr verschoben. Der Mutterkonzern EADS erwartet daraus für die Jahre 2007 bis 2010 jedes Jahr etwa 500 Mill. Euro weniger Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit). Die Lufthansa will prüfen, ob und wenn ja welche Auswirkungen der neue Zeitplan von Airbus auf die Lufthansa-Bestellung hat. Andere Fluggesellschaften äußerten sich ähnlich.

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