Aktienfokus
Schering sehr fest

Schering-Aktien sind am Donnerstag trotz einer möglichen Wiederzulassung des Konkurrenzprodukts Tysabri in den USA auf den höchsten Stand seit Mai 2002 gestiegen.

dpa-afx FRANKFURT. Schering-Aktien sind am Donnerstag trotz einer möglichen Wiederzulassung des Konkurrenzprodukts Tysabri in den USA auf den höchsten Stand seit Mai 2002 gestiegen. Händler und Analysten verwiesen neben charttechnischen Gründen auf den Einstieg von Investoren, die am Morgen auf einen fallenden Schering-Kurs gesetzt hatten. Zudem profitiere das Schering-Papier von Umschichtungen aus den Branchen, die in den vergangenen Wochen und Monaten gut gelaufen seien. Schering-Aktien hatten sich 2005 schwächer als der Vergleichsindex Dax entwickelt.

Schering-Papiere verteuerten sich bis 14.00 Uhr um 6,50 Prozent auf 66,16 Euro und erreichten damit den höchsten Stand knapp vier Jahren. Der Leitindex Dax gewann gleichzeitig 0,99 Prozent auf 5 729,37 Punkte.

"Schering profitiert zur Zeit von Umschichtungen aus Branchen wie Telekommunikation und Energie", sagte ein Analyst einer großen US-Investmentbank. Zudem sorge das am 1. März gestartete Aktienrückkaufprogramm für einen weiteren Nachfrageschub.

Die Nachricht um eine mögliche Wiederzulassung des umstrittenen Multiple-Sklerose-Medikaments Tysabri von Biogen Idec und Elan werde in den Hintergrund gedrängt, sagten Händler. Am Vorabend habe diese noch einige Investoren verschreckt und zu Verkäufen veranlasst - diese deckten ihre Positionen angesichts nicht fallender Kurse wieder ein. Außerdem kamen Spekulationen um eine mögliche Übernahme.

Tysabri ist ein Konkurrenzprodukt zu Betaferon von Schering, das in den USA als Betaseron vertrieben wird. Bei einer Wiederzulassung (FDA-Entscheidung am 29.3.06) dürfte Tysabri keine ernsthafte Gefährung für Betaseron darstellen, urteilte HVB-Analystin Isabella Zinck. Wegen der mit Tysabri in Verbindung gebrachten Risiken dürfte das Produkt nur ein Nischendasien führen. Zinck stuft die Schering-Aktien mit "Underperform" beim Kursziel 59,00 Euro ein.

Cheuvreux bestätigte die "Underperform"-Empfehlung mit dem Kursziel 51,30 Euro. Aus Sicht des Analysten wirft die einstimmige Empfehlung für die FDA für das Multiple-Sklerose-Medikament Tysabri werfe einige Fragen über den künftigen Erfolg von Betaferon bei wieder steigendem Wettbewerb auf.

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