Aktienfokus
Schering vorbörslich gefragt, Bayer unverändert, Merck erholt

Nach dem Übernahmeangebot von Bayer an Schering haben sich die Aktien der beiden Unternehmen am Freitag uneinheitlich entwickelt. Schering-Titel stiegen bei Lang & Schwarz vorbörslich auf 87,50 zu 88,50 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. Nach dem Übernahmeangebot von Bayer an Schering haben sich die Aktien der beiden Unternehmen am Freitag uneinheitlich entwickelt. Schering-Titel stiegen bei Lang & Schwarz vorbörslich auf 87,50 zu 88,50 Euro. Am Vortag hatte ein Plus von 2,37 Prozent auf 84,97 Euro zu Buche gestanden. Bayer-Papiere wurden in einer Spanne von 34,50 zu 35,00 Euro gehandelt. Am Vortag hatte die Aktie 2,96 Prozent auf 34,75 Euro gewonnen. Die Titel der ebenfalls um Schering buhlenden Merck Kgaa standen bei 81,06 zu 81,54 Euro. Am Vortag hatte die Aktie 2,85 Prozent auf 80,49 Euro verloren.

Schering und Bayer haben sich im Übernahmepoker auf dem deutschen Pharma-Markt auf einen Zusammenschluss geeinigt, wie beide Seiten am Donnerstagabend mitteilten. Bayer legte ein Angebot von 86 Euro in bar pro Schering-Aktie vor und übertrumpfte damit die feindliche Offerte des Darmstädter Rivalen Merck Kgaa, der 77 Euro je Anteilsschein geboten hatte. Bereits am Vortag hatten entsprechende Spekulationen die Kurse von Bayer und Schering angetrieben, während der Merck-Titel unter Druck standen.

Händler halten nun eine Aufstockung des Angebotes von Merck an Schering für ziemlich unwahrscheinlich. Für Merck hätte ein erfolgloser Übernahmeversuch dennoch einen positiven Effekt, hieß es. So habe das Darmstädter Pharmaunternehmen einen Schering-Anteil von rund fünf Prozent recht günstig eingesammelt und damit bereits gute Buchgewinne verzeichnet. "Viele Anleger hoffen nun, dass sich Merck zurückzieht. Ein höheres Angebot wäre zu viel für die Darmstädter", sagte ein Börsianer.

Vor allem bei der Schering-Aktie erwarten Händler weitere Kursgewinne. "Wenn sich die beiden Unternehmen um die Berliner streiten, ist das natürlich positiv für den Schering-Kurs", sagte ein Marktteilnehmer.

Mit Blick auf die Bayer-Titel waren die Einschätzungen am Markt widersprüchlich. "Die Synergien sind nicht so erheblich, der Kaufpreis ist zudem sehr hoch", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer verwies darauf, dass Bayer bis zum Jahr 2009 die Ebitda-Marge für den Gesundheitsbereich von derzeit 19 Prozent auf 25 Prozent steigern. "Solche Nachrichten hört man an der Börse gern", sagte der Marktteilnehmer.

Ein anderer Händler führt zudem eine Pressemeldung an. Demnach rechnet Bayer durch den Zusammenschluss mit Schering mit Synergien in Höhe von 700 Mill. Euro bis zu einer Milliarde Euro, wie das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) aus Unternehmenskreisen erfahren haben will.

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