Aktienfokus
Siemens und Nokia sehr fest

Aktien von Siemens und Nokia haben am Montag von einer geplanten, milliardenschweren Kooperation im Bereich Telekom-Ausrüstung profitiert und deutlich zugelegt. Die Titel des Münchener Elektrokonzerns legten gegen 10.00 Uhr um 7,55 Prozent auf 67,55 Euro zu.

dpa-afx FRANKFURT. Aktien von Siemens und Nokia haben am Montag von einer geplanten, milliardenschweren Kooperation im Bereich Telekom-Ausrüstung profitiert und deutlich zugelegt. Die Titel des Münchener Elektrokonzerns legten gegen 10.00 Uhr um 7,55 Prozent auf 67,55 Euro zu. Papiere des finnischen Unternehmens gewannen 3,07 Prozent auf 16,13 Euro.

Händler begrüßten die Vereinbarung. Es scheine, als könnte Siemens die gesamte Sparte Com in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Dies wäre der beste denkbare Fall für den Münchener Elektrokonzern, hieß es.

Ein Analyst zeigte sich überrascht über die Zustimmung von Nokia zu der Zusammenarbeit. Nach seiner Einschätzung könnte die Fusion des französischen Telekomausrüsters Alcatel mit seinem US-Wettbewerber Lucent der Grund dafür sein. Die angestrebten Synergien durch die Kooperation erschienen ihm mit hochgerechnet acht Prozent hoch, so der Experte weiter. Bei Alcatel und Lucent liege dieses Ziel bei sechs Prozent. Dass Nokia die Leitung des Gemeinschaftsunternehmens habe, sei ein Zeichen, dass Siemens mittel- bis langfristig aus dem Bereich Telekom-Ausrüstung aussteigen wolle.

Bernd Laux von Cheuvreux verwies auf den zunehmenden Wettbewerb in der Telekomausrüsterbranche. Die Kooperation von Siemens und Nokia werde im kommenden Jahr noch gewinnneutral sein, aber 2008 mit bis zu zehn Prozent zum Gewinn je Aktie beitragen, schreibt er in einer Kurzstudie. Laux bestätigte Papiere von Siemens mit "Outperform" und einem Kursziel von 91 Euro.

Laut anderen Analysten sollte die Zusammenarbeit beider Unternehmen langfristig auch dem Marktführer Ericsson und anderen führenden Telekom-Ausrüstern nutzen, da sie für stabilere Preise sorgen sollte. Kurzfristig könnten Siemens und Nokia mit der Integration ihres Joint Ventures beschäftigt sein, was der Konkurrenz ebenfalls nutze.

Im Rahmen der Kooperation wird die Netzwerk-Sparte von Nokia mit dem Netzbetreiber-Geschäft (Carrier Networks) von Siemens in ein neues, rechtlich eigenständiges Unternehmen zusammengelegt, wie Siemens am Montag in München mitteilte. Beide Seiten sollen zu je 50 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Nokia Siemens Networks beteiligt sein.

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