Aktienfokus
Solaraktien mehrheitlich schwach

Aktien von Solarunternehmen sind am Freitag wegen drohender niedrigerer Vergütungspreise für Solarstrom mehrheitlich unter Druck geraten. Größter Verlierer im TecDax waren Ersol mit minus 3,83 Prozent auf 53,17 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. Aktien von Solarunternehmen sind am Freitag wegen drohender niedrigerer Vergütungspreise für Solarstrom mehrheitlich unter Druck geraten. Größter Verlierer im TecDax waren Ersol mit minus 3,83 Prozent auf 53,17 Euro. Q-Cells verloren 0,89 Prozent auf 61,35 Euro, Solarworld 0,26 Prozent auf 198,50 Euro und Solon 0,41 Prozent auf 36,45 Euro. Dagegen gewannen Conergy 0,24 Prozent auf 146,60 Euro. Der TecDax gewann 0,90 Prozent auf 654,44 Zähler.

Ein Händler sagte, die im "Handelsblatt" veröffentlichten Aussagen einer hochrangigen CDU-Politikern zu den Einspeise-Vergütungen für Solarunternehmen könnten sich in näherer Zukunft negativ auf die betroffenen Aktien auswirken. Die Kursanstiege in den letzten beiden Jahren und die exorbitanten Gewinne basierten hauptsächlich auf diesen Vergütungen. Die Unternehmen setzten aktuell immer noch 60 bis 70 Prozent in Deutschland ab. Mit drastisch gesenkten Zahlungen würden die Nachfrage und die Gewinnmargen zusammenschmelzen.

Nach Einschätzung eines anderen Marktteilnehmers ist es noch nicht klar, was nach 2007 passieren wird. Niedrigere Vergütungspreise würden aber allgemein für gut möglich gehalten.

Dagegen rechnet Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co. nur kurzfristig mit negativen Auswirkungen des "Handelsblatt"-Artikels. "Die Börse interessiert sich mehr für einen Ausblick als für die Vergangenheit", so der Experte. Die Presse-Aussagen über zu hohe Solarmodulpreise deuteten in die Vergangenheit, als diese wegen des knappen Rohstoffs Silizium gestiegen seien. Solarworld-Chef Frank Asbeck habe aber jüngst gesagt, ab dem kommenden Jahr bestehe dieser Engpass nicht mehr, weshalb die Modulpreise fallen sollten. Der Zeitungsartikel ist laut Kitz Ausdruck einer Auseinandersetzung innerhalb des Regierungslagers, der im kommenden Jahr ausgetragen werden soll. Der Ausgang sei ungewiss. Der Analyst geht davon aus, dass 2007 die Preise für die Einspeisung von Solarstrom etwas gesenkt werden.

Unionsfraktionsvize Katherina Reiche (CDU) hatte dem "Handelsblatt" (Freitag) gesagt, "es hat sich herausgestellt, dass die hohen Einspeisevergütungen keinen Anreiz zu Preissenkungen bei Solaranlagen geben. Das widerspricht der Zielsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Wir müssen diese Entwicklung korrigieren und die Vergütungssätze für den Solarstrom deutlich absenken." Voraussichtlich 2008 will die Regierung die Fördersätze neu festlegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%