Aktienfokus
Stahlwerte uneinheitlich

Der Kampf des weltweit zweitgrößten Stahlherstellers Arcelor gegen eine Übernahme durch den Branchenführer Mittal Steel hat am Montag den Handel an den europäischen Börsen bestimmt.

dpa-afx PARIS/AMSTERDAM. Der Kampf des weltweit zweitgrößten Stahlherstellers Arcelor gegen eine Übernahme durch den Branchenführer Mittal Steel hat am Montag den Handel an den europäischen Börsen bestimmt. Gegen 14.35 Uhr waren Arcelor mit minus 2,90 Prozent auf 32,09 Euro schwächster und gleichzeitig meistgehandelster Wert im französischen CAC-40-Index . Mittal-Aktien gewannen unterdessen 4,44 Prozent auf 26,11 Euro. Zeitgleich verlor der europäische Leitindex Eurostoxx-50 0,47 Prozent auf 3 682,57 Zähler.

Zuletzt hat die französische Arcelor sich mit dem russischen Stahlkonzern Severstal auf eine Fusion geeinigt, um die Pläne von Mittal zu durchkreuzen. Dagegen versucht Mittal nach Angaben aus Branchenkreisen, mit Hilfe der sie beratenden US-Investmentbank Goldman Sachs Großaktionäre von Arcelor gegen die Fusion mit Severstal zu gewinnen. Von zwei öffentlichen Großaktionären der französischen Gesellschaft - Luxemburg und der belgischen Region Wallonien - hieß es zuletzt, sie hätten noch keine Entscheidung über die Zukunft ihrer Beteiligungen getroffen. Wallonien hält 2,4 Prozent der Arcelor-Aktien.

Nach Einschätzung eines Händlers dürften Mittals Bemühungen kaum Erfolg haben, auch wenn der Übernahmepoker sich noch über einige Wochen hinziehen sollte. "Ich glaube nicht, dass Mittal kurzfristig sein Angebot erhöhen wird", sagte er. Die Arcelor-Aktionäre, die einen Zusammenschluss mit den Russen blockieren wollten, würden sich daher "ins eigene Fleisch schneiden". Mittal werde nach alternativen Übernahmemöglichkeiten Ausschau halten, etwa in den USA. Mögliche Kandidaten seien zudem der britische Stahlkocher Corus Group oder die japanische Nippon Steel .

Der deutsche Branchenprimus Thyssen-Krupp könne von einer solchen Entwicklung nur profitieren, da er dann den kürzlich von Mittal geschluckten kanadischen Stahlhersteller Dofasco nicht übernehmen würden. "Dofasco hat seinen Zenit überschritten, das haben die jüngsten Zahlen gezeigt", begründete der Experte seine Einschätzung. Für den Fall einer Übernahme von Arcelor hatte Mittal bereits einen Verkauf von Dodasco an Thyssen-Krupp angekündigt.

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