Aktienkurs hat nach Meinung von Experten seinen Zenit erreicht – Gute Nachrichten sind im Kurs bereits enthalten
Analysten: Celesio geht die Puste aus

Europas führender Pharma-Großhändler Celesio zählt in diesem Jahr zu den erfolgreichsten MDax Werten. Angetrieben wurde der Kurs zuletzt von einer überraschend guten Halbjahresbilanz. Doch Analysten sehen nun nur noch begrenztes Potenzial für die Aktie.

FRANKFURT/M. Unternehmenschef Fritz Oesterle gilt bei vielen Analysten als Zweckpessimist. Doch im August gab Oesterle seine Zurückhaltung auf. Er erwarte für 2004 eine Steigerung des Vorsteuerergebnisses um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „So positiv hat sich Oesterle noch nie zur Jahresmitte geäußert“, sagt Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg. Das neue Selbstbewusstsein wurde gestützt von guten Zahlen. Im Vergleich zu 2003 verbesserte das Unternehmen das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr um 24,1 Prozent – ein Plus von 207,5 Millionen Euro. Der Umsatz soll um fünf Prozent zulegen und damit stärker als der Gesamtmarkt wachsen.

Im Vorjahr wurde der Gehe-Konzern in Celesio umbenannt. An seiner konservativen Strategie änderte der Vorstand nichts. „Wir haben 2004 einige Enttäuschungen auch im MDax erlebt. Das defensive, aber sehr stabile Geschäftsmodell Celesios ist daher besonders gefragt“, begründet Kleibauer den starken Kursaufschwung. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,6 Mrd. Euro tastet sich das Stuttgarter Unternehmen langsam in Dax-Regionen vor.

Grund dafür sind auch die besseren Aussichten für den deutschen Markt. Dort ist die Rabattschlacht des vergangenen Jahres einer „Service-Schlacht“ gewichen, an der Celesio großen Anteil hat. Ein Kundenbindungsprogramm des Konzerns startete erfolgreich, 2 400 Apotheken nehmen bisher daran teil. Celesio verleiht Messgeräte für Blutdruck oder Cholesterin und bietet Seminare für Apotheken-Mitarbeiter an. Außerdem spielt Celesio beim Einkauf zunehmend seine Marktmacht aus. „Die Großhändler haben ein neues Geschäftsfeld entdeckt“, sagt Ludger Mues, Analyst bei Sal. Oppenheim. „Sie kaufen in großem Stil Generika oder rezeptfreie Medikamente und geben die günstigen Konditionen zum Teil an die Apotheker weiter.“

Der deutsche Pharmagroßhandel steht unterdessen vor einer Neuordnung. Der Wettbewerber Sanacorp möchte mit der Übernahme des Konkurrenten Anzag zum Marktführer in Deutschland aufsteigen. Noch steht allerdings die Genehmigung vom Kartellamt aus. Mues zufolge kann Celesio dieses Verfahren gelassen abwarten: „Es wird keinen neuen Preiskampf geben.“

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