Aktienmärkte
Angst vor der Sorglosigkeit

Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter. Und die Anleger bleiben optimistisch. Sie sehen kaum noch Risiken, zeigen Stimmungsbarometer. Manche Banken warnen bereits sorglose Investoren vor einem Spiel mit dem Feuer.
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FrankfurtDie Zukunft erscheint an den Aktienbörsen momentan rosarot. Anleger an der Wall Street erwarten zum Beispiel so geringe Schwankungen wie zuletzt vor knapp einem Vierteljahrhundert. Das zeigt das regelmäßig berechnete sogenannte Angstbarometer. Ähnliche Barometer für die europäischen Märkte und für die deutsche Börse liegen ebenfalls auf historisch tiefem Niveau.

Die Angstbarometer heißen in der Finanzsprache Volatilitätsindizes. Sie kalkulieren die erwarteten künftigen Schwankungen von Aktien-Indizes wie dem US-amerikanischen S&P 500, dem europäischen EuroStoxx 50 oder dem deutschen Leitindex Dax. Berechnungsgrundlage sind jeweils die Optionspreise für die Indizes, die die Anlegererwartungen an die Zukunft abbilden.

Tiefe Volatilitätsindizes bedeuten, dass die Anleger auf absehbare Zeit keine großen Schwankungen und damit insbesondere keine großen Verluste erwarten. Die Aussage bezieht sich dabei auf kurzfristige Optionen, es werden also nur die nächsten Handelswochen berücksichtigt. Trotz dieser Einschränkung erfreuen sich die Angstbarometer großer Aufmerksamkeit. Bei der Deutung ihrer Daten gehen die Meinungen allerdings auseinander.

Einige Experten beunruhigt der grassierende Optimismus der Anleger. So warnt die Citi-Bank nun mit Blick auf die eigenen Haus berechneten Indizes vor der anhaltenden Sorglosigkeit. Diese hätte ein Niveau erreicht, auf das in der Vergangenheit meist ein Kursverfall an den Anleihe- und Aktienmärkten gefolgt sei. Tatsächlich lagen die Indizes häufig ausgerechnet kurz vor dem Platzen einer Börsenblase und einem darauffolgenden Absturz bei besonders niedrigen – also optimistischen – Werten.

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Die Politik hat großen Einfluss

Kommentare zu " Aktienmärkte: Angst vor der Sorglosigkeit"

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  • Sehr geehrter Herr Narat,

    dass sich aus den Volatilitätsindices nicht die Termine von Korrekturen herleiten lassen, bedarf keines Beweises.

    Die "Anleger" von denen Sie immer wieder sprechen, sind zu einem sehr hohen Teil nicht oder nur sehr unzulänglich investiert. Die Sentimentumfragen sagen, der Börsenaufschwung geht an sehr vielen deutschen Anlegern vorbei. Was bleibt ist die Frage, wer dann überhaupt als Käufer auftritt?

    Dazu muß man wissen, dass die amerikanischen Indices ihren europäischen Pendants weit vorausgeeilt sind. So notiert beispielsweise der S&P 500 bei einem KGV von 18, der DAX nur bei 14. Deshalb finden Umschichtungen statt. Wie lange diese Erscheinung anhält, wie lange die Amerikaner in Europa shoppen, ist unmöglich vorherzusehen.

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