Aktienmarkt Fernost
Chinesen kaufen heimische Aktien in Hongkong

Hongkong boomt: Brokerhäuser locken Festlandchinesen mit unschlagbaren Preisen. Die Käufer kommen in Scharen und kaufen massenweise heimische Aktien. Inmitten der größten Aktienrally der Welt boomt die Nische.
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Stephen Qin, ein 28-jähriger Büroangestellter aus Nordchina, ist mehr als 1600 Kilometer gereist und hat sich ein Depotkonto in Hongkong für den Handel mit chinesischen Aktien eingerichtet. Er hätte die Papiere ebenso gut auch zuhause kaufen können. Das Geld tausender Investoren vom chinesischen Festland unternimmt ähnliche Rundreisen, fließt in die Brokerhäuser in Hongkong und kehrt dann wieder nach China zurück - per Aktienkauf über die Handelsverbindung „Stock Connect” der Stadt nach Schanghai.

Grund ist der Preis. Es ist einfach billiger: Abschläge bei den Handelsprovisionen und niedrigere Kosten für Margin- Finanzierungen – sogar Erstattungen der Flugpreise – lassen die Wertpapierhäuser der Stadt verglichen mit jenen auf dem Festland wie Schnäppchen aussehen. Chinesische Anleger können hier überdies höhere Beträge für den Handel ausleihen als zuhause.

„Ich habe mich damit beschäftigt und herausgefunden, dass der Aktienhandel mit einem Brokerhaus in Hongkong eine fantastische Gelegenheit ist”, sagt Qin, der in Jincheng in der Provinz Shanxi lebt, im Telefoninterview. „Es ist jetzt definitiv günstiger, über ein Hongkonger Brokerhaus zu handeln.”

Während die Festland-Broker aufgrund einer stärkeren Überwachung der Aufseher ihre Margin-Finanzierung straffen, entdecken die Broker in Hongkong eine Nische zur Betreuung chinesischer Investoren. Inmitten der stärksten Aktienrally der Welt, 141 Prozent Gewinn in einem Jahr, stellt das Geschäft eine Möglichkeit dar, um mit den größeren chinesischen Wettbewerbern konkurrieren zu können, die in die Stadt expandiert haben.

Bright Smart Securities and Commoditie., bei denen auch Qin Kunde ist, verfüge über etwa 15.000 Depotkonten von Festlandchinesen, und etwa die Hälfte ihrer Gelder steckten in den in Schanghai gehandelten A-Aktien, sagt Nelson Chan, der Chef des Brokerhauses. Das Geschäft mit Festlandchinesen hat sich laut Chan seit Eröffnung von Stock Connect verzehnfacht.

Das Brokerhaus sagt die Rückerstattung der Reisekosten nach Hongkong im Wert von bis zu 10.000 Hongkong-Dollar zu. Und auf den Werbeanzeigen steht auch: „Wir versprechen, es ist billiger als in China.” Geboten werden ein provisionsfreier Handel und günstigere Kredite zur Margin-Finanzierung. Mindestens ein Dutzend anderer Wertpapierhandelsfirmen in Hongkong, darunter Luk Fook Financial Services und Chief Securities, bieten verschiedene ähnliche Lockvogelangebote. Etwa ein Viertel der 449 Brokerhäuser, die in Hongkong Geschäfte tätigen dürfen, sind für den Handel mit den A-Aktien vom Festland zugelassen.

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