Aktienmarkt

Katastrophale Kursverluste für Banken

Die schlimmsten Befürchtungen der Anleger werden wahr: Die Finanzbranche gehört zu den größten Verlierern des Brexits. Die Anleger flüchten aus den Aktien.

DAX nach Brexit-Schock zur Mittagszeit erholt

LondonRuhe ist jetzt erste Banker-Pflicht. Nach dem hässlichen Brexit-Schock versuchen die Chefs der großen europäischen Geldhäuser ihre Kunden, ihre Investoren und wohl auch sich selbst zu beruhigen.

„Sicherlich sind wir als Bank mit Sitz in Deutschland und einem starken Geschäft in Großbritannien gut darauf vorbereitet, die Folgen des Austritts zu mildern“, versichert Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Douglas Flint, Chairman des britischen Bankenriesen HSBC, versucht sich ebenfalls in Schadensbegrenzung: „Als eine der größten, stabilsten liquidesten und vorsichtigsten Finanzinstitutionen sind wir in einer guten Position, um die Kunden und die Märkte zu unterstützen.

Was sich durch den Brexit alles ändern könnte
Rücktritt von Cameron
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David Cameron tritt zurück. Das gab der Premierminister am Freitagmorgen bekannt. Seine konservative Partei ist so gespalten wie das ganze Land. Der Wechsel an der Spitze soll bis Oktober vollzogen sein. Cameron hatte sich vehement für einen Verbleib in der EU eingesetzt. „Ich glaube nicht, dass ich der richtige Kapitän bin, der unser Land an sein neues Ziel steuert“, sagte er. Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson gilt als ein möglicher Nachfolger.

Neues Referendum?
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Die Zukunft des Vereinigten Königreiches ist ungewiss, nachdem Schottland und Nordirland für den Verbleib in der EU gestimmt haben und England und Wales dagegen. Ein neues Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands ist möglich und wurde von den schottischen Nationalisten bereits ins Spiel gebracht.

Substanzverlust
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London als internationaler Finanzplatz wird vermutlich wichtige Geschäftsfelder an Paris und Frankfurt verlieren.

Kettenreaktion in Europa
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Die Idee der europäischen Einigung erleidet durch den Austritt der Briten einen schweren Rückschlag. In anderen Ländern dürfte der Ruf nach Volksabstimmungen über den Verbleib in der EU ebenfalls laut werden. Die Niederlande, Italien aber auch Frankreich sind Kandidaten dafür. Aber auch skandinavische Länder wie Dänemark, Schweden und Finnland verlieren mit Großbritannien einen wichtigen Verbündeten in der EU.

Demokratie in der Krise
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Das Votum für den Brexit war auch ein Votum von Wutbürgern gegen Ungleichheit, Globalisierung und die Art und Weise, wie politische Eliten über die Köpfe vieler Bürger hinweg Politik machen. Die westlichen Demokratien rutschen weiter in eine tiefe Krise.

Streit über den EU-Kurs
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Zugleich könnten die Regierungen in Berlin und Paris auf eine schnellere und engere Integration in der EU drängen, um die Gemeinschaft zusammenzuhalten. Das würde den Streit über den Kurs der EU weiter verschärfen.

Populisten erstarken
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Gestärkt werden die populistischen Bewegungen, die von rechts und links einen Aufstand gegen das politische Establishment proben. Die Parlamentswahl in Spanien am Sonntag könnte ein weiterer Beleg dafür sein. Aber auch Donald Trump in den USA und Marine Le Pen in Frankreich sind zwei Beispiele dafür.

Unterstützung könnten die Märkte sicherlich brauchen, vor allem aber die Bankaktien selbst. Wie befürchtet gehören die Geldhäuser zu den Hauptleidtragenden des Brexits. Die Kursverluste fallen auf der Insel und dem Kontinent dramatisch aus.

Die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren kurz nach dem Handelsstart am Freitagmorgen jeweils rund 16 Prozent. Für die Deutsche Bank ist das ein neues Rekordtief. Die Aktien der Royal Bank of Scotland lagen an der Londoner Börse rund 28 Prozent im Minus, Papiere von Lloyds und Barclays büßten mehr als 22 Prozent ein. HSBC kommt wegen seines starken Asiengeschäfts mit einem Minus von fünf Prozent bislang vergleichsweise glimpflich davon. Die italienische Unicredit verliert ein Viertel ihres Börsenwerts, die französische Societe Generale 18 Prozent.

Auch die Aktien der Versicherer kamen unter die Räder. Der britische Konzern Aviva verlor rund 25 Prozent. Die Allianz sackte an der Börse zwischenzeitlich um mehr als zwölf Prozent ab.

Die Aktien vieler europäischer Großbanken haben bereits ein miserables erstes Halbjahr hinter sich mit Kursverlusten von 30 Prozent und mehr. Bereits vor dem Brexit schlug den Geldhäusern so viel Misstrauen entgegen wie noch nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Der Grund für die Kursverluste: Die Geldhäuser sind in einer Art perfektem Sturm gefangen. Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank frisst die Margen auf, die immer härteren Vorgaben der Finanzaufsicht untergraben Geschäftsmodelle, und junge Technologiefirmen greifen die Platzhirsche in beinahe allen Geschäftsfeldern an.

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