Aktienplatzierung
Katar stürzt VW-Vorzüge in Turbulenzen

Wer in den vergangenen Monaten in VW-Aktien investieren wollte, war bei den Vorzugspapieren des Autobauers deutlich besser aufgehoben. Doch eine gewaltige Aktienplatzierung durch das Emirta Kat hat den Aufwärtstrend der Vorzüge jäh gestoppt. Der überraschende Anteilsverkauf drückt die Aktien um mehr als zehn Prozent.
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HB FRANKFURT. In den vergangenen Monaten waren die Rollen für die verschiedenen Aktiengattungen von VW klar verteilt: Stammaktien, die nach den Wirren um eine mögliche Übernahme des Wolfsburger Autobauers durch Porsche in absurde Höhen geschossen waren, wurde diese Überbewertung mit langer Verzögerung endlich doch abgebaut. Die Vorzugspapiere, mit denen Anleger auf Stimmrechte verzichten, dafür aber etwas mehr Dividende erhalten, kletterten hingegen relativ kontinuierlich nach oben.

Die Stammaktien behalten den Abwärtstrend auch heute bei. Mit einem Minus von gut zwei Prozent auf 108,50 Euro sind sie Schlusslicht im Dax. Damit rückt der Sturz unter die Marke von 100 Euro immer näher. Zuletzt hatten VW-Stämme im März 2007 unter diesem Niveau notiert.

Der Aufwärtstrend der Vorzugsaktien ist heute allerdings jäh durchbrochen worden. Für die Vorzüge des größten deutschen Autokonzerns geht es gleichzeitig allerdings noch stärker abwärts, die Papiere verlieren gut zehn Prozent auf 64,25 Euro. Auslöser ist die Nachricht, dass das Emirat Katar bis zu 25 Mio. Vorzugsaktien von VW am Markt verkauft hat. Börsianer werteten den starken Abschlag als ein Zeichen dafür, dass wohl ein recht niedriger Platzierungspreis erzielt wurde. Die Platzierung sei "eine große Überraschung", sagten Händler. "Offensichtlich nimmt Katar vor der erwarteten Kapitalerhöhung bei den Vorzügen Gewinne mit", kommentierte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Katar hatte mitgeteilt, dass die Vorzüge über zwei Investmentbanken an den Markt gebracht wurden. Credit Suisse und Goldman Sachs hätten die Aktien im beschleunigten Verfahren am Markt platziert. Die 25 Millionen Stück entsprechen 23,8 Prozent aller VW-Vorzugsaktien und laut Bankern der Hälfte des Pakets, das Katar bisher hielt. Das Emirat hat sich nach eigenen Angaben verpflichtet, die andere Hälfte seiner VW-Vorzugsaktien bis zum Jahresende zu halten. Das Gesamtvolumen der Platzierung beläuft sich auf 1,8 Mrd. Euro.

Volkswagen bleibe trotz des Verkaufs ein Schlüsselinvestment für Katar, betonte der Investor. Das Emirat wolle seinen Anteil an Europas größtem Autobauer weiterhin auf 17 Prozent erhöhen. Katar hält dem seit Sommer knapp sieben Prozent der Stammaktien von VW.

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