Aktienpreis
Air Berlin gibt sich bescheiden

Air Berlin hat die Kurve im Anflug auf das Börsenparkett gerade noch gekriegt. Kurz vor dem zweiten Startversuch am Donnerstag hat die Fluggesellschaft den Preis für ihre Aktien bekannt gegeben. Dabei musste sie nun in den unteren Bereich der vorgegebenen Spanne gehen.

HB FRANKFURT. Die vor dem Börsengang stehende Billigfluggesellschaft gibt ihre Aktien zu jeweils zwölf Euro aus. Deutschlands zweitgrößte Airline teilt ihre Anteilsscheine nahe dem unteren Ende der bereits gesenkten Preisspanne zu.

„Die Aktie war auf dem Niveau des Emissionspreises zweifach überzeichnet“, teilte Air Berlin am Mittwoch mit. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf bis zu 510 Millionen Euro. Air Berlin, die ihr Börsendebüt im Prime Standard für Donnerstag plant, ist der zweitgrößte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr.

Ursprünglich hatte Air Berlin bis zu 870 Millionen Euro an der Börse einsammeln wollen. Der Börsenaspirant hatte aber seine Preisvorstellungen nicht durchsetzen können, die Nachfrage nach den Papieren lief schleppend. Um die Gesellschaft doch noch an die Börse zu bringen, musste die Angebotsspanne auf 11,50 bis 14,50 Euro von 15 bis 17,50 Euro gesenkt werden, die Erstnotiz wurde verschoben und das Angebot auf insgesamt 42,5 Millionen von 49,8 Millionen Aktien verknappt.

Air Berlin war damit auf Kritiker zugegangen, die wegen hoher Risiken wie steigender Treibstoffpreise und dem harten Wettbewerb im europäischen Billigflugsektor einen Preisnachlass gefordert hatten. Moniert wurde auch, dass der Großteil des Emissionserlöses den Altaktionären zu Gute kommt.

Air Berlin selbst fließen mit dem Börsengang 235 Millionen Euro zu. Hunold hatte sich ursprünglich Hoffnungen auf rund 400 Millionen Euro machen können. Mit dem frischen Kapital will er vor allem die bereits bestellten 50 neuen Flugzeuge finanzieren. Außerdem sollen neue Strecken nach Skandinavien und Osteuropa aufgebaut werden.

Bei vollständiger Ausübung der Platzierungsreserve befänden sich nach dem Börsengang rund 71 Prozent der Unternehmensanteile im Streubesitz. Am Kapitalmarkt würde Air Berlin mit etwa 720 Millionen Euro bewertet. Die Aktienemission organisieren Morgan Stanley und Commerzbank federführend. Air Berlin gilt trotz des niedriger als erwartet ausgefallenen Börsenwerts als Kandidat für eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax.

Wie stark die Fluggesellschaften derzeit unter dem harten Preiswettbewerb und den steigenden Kerosinkosten leiden, ist an den Quartalszahlen der Lufthansa abzulesen. Die größte deutsche Fluggesellschaft hat im Auftaktquartal seine Verluste im operativen Geschäft deutlich ausgeweitet und die Erwartungen der Analysten weit verfehlt.

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