Aktienrückkauf: Buffetts Lieblingsaktie heißt: Berkshire

Aktienrückkauf
Buffetts Lieblingsaktie heißt: Berkshire

Warren Buffett kauft eigene Aktien zurück. Weiß der Milliardär nicht, wohin mit dem Geld? Fällt ihm nichts Besseres ein? Was hinter dem Deal steckt - und wie sich die Aktie entwickelt.

Die Aktie von Berkshire Hathaway kann sich nicht jedermann leisten. Ein Anteilsschein kostet mehr als 130.000 Dollar. Für Warren Buffett, den Chef von Berkshire, ist eine solche Summe indes kein Problem. Er kauft gleich 9.200 Aktien seiner eigenen Investmentholding, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Weiß der Milliardär nicht wohin mit dem Geld? Offenbar ist Buffett davon überzeugt, dass Aktien seiner Firma günstig zu haben sind. Aktuell ist Berkshire an der Börse kaum höher als der Buchwert bewertet, genau genommen liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,15.

Der Buchwert entspricht in etwa dem Eigenkapital eines Unternehmens. Diese Kennzahl kommt der wahren Wert schon recht nahe. Er lässt sich - anders als die diversen Gewinnkennziffern - in der Bilanz nur schwer frisieren. Liegt der Börsenwert unter oder nahe am Buchwert, wird Buffett aufmerksam. Das Unternehmen ist dann aus seiner Sicht unterbewertet. Je niedriger das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) desto besser.

Buffett schaut auf den Buchwert, wenn er andere Unternehmen bewertet, aber nach den gleichen Maßstäben beurteilt er auch seine eigene Firma. Deshalb stellt er den Buchwert auf der ersten Seite des Geschäftsberichts besonders heraus.

Bislang kaufte Berkshire nur bis einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 eigene Aktien auf. Diese Grenze wurde nun auf 1,2 hochgesetzt, wie Business Wire berichtete. Die Anhebung spricht dafür, dass Buffett die Berkshire-Aktie als zu niedrig bewertet ansieht.

Das sehen die Anleger offenbar genauso. „Berkshire Hathaway hat ein sehr intelligentes Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Warren Buffett erwirbt umso mehr eigene Aktien, je günstiger die Aktie ist“, sagt Henrik Muhle. Der deutsche Fondsmanager ist nicht nur ein Anhänger der Buffett'schen Investmentstrategie, sondern zugleich Anteilseigner von Berkshire. „Allerdings kauft Buffett nur unter der Prämisse, dass er keine anderen Investments findet, die den inneren Wert von Berkshire Hathaway noch stärker erhöhen. Zudem möchte er eine Finanzreserve von 20 Milliarden Dollar nicht unterschreiten“, erklärt Muhle.

Buffett geht mit dem Rückkauf also keine unkalkulierten Risiken ein, sondern hält sich genau an seine Strategie. Gleichzeitig verrät er damit aber auch, dass er anderswo momentan keine Gelegenheiten sieht, mehr für sein Geld zu bekommen.

Nachdem die Nachricht vom Aktienrückkauf die Runde gemacht hatte, verteuerten sich Berkshire-A-Aktien prompt um drei Prozent. In diesem Jahr sind die Papiere insgesamt um 17 Prozent gestiegen.

Mit Material von Bloomberg

 
Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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