Aktionäre fliehen
Drägerwerk leidet unter starkem Euro

„Verkaufe, wer kann“ – diese Analystenempfehlung gleicht an der Börse wohl fast einem Todesurteil. Der starke Euro und Absatzeinbrüche belasten den Medizintechnikkonzern Drägerwerk – die Aktionäre sind wenig begeistert.
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HamburgDer starke Euro und schwache Geschäfte in wichtigen Märkten setzen Drägerwerk zu. Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal senkte der Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik seine Prognose erneut und vergraulte damit die Anleger. Die im TecDax gelistete Aktie verlor am Dienstag fast 15 Prozent an Wert und fiel auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren. „Keine Besserung in Sicht. Verkaufe die Aktien, wer kann“, sagte ein Händler.

Der Auftragseingang schrumpfte im Zeitraum April bis Juni um zwei Prozent auf rund 575 Millionen Euro, wie Drägerwerk am Montag nach Börsenschluss mitgeteilt hatte. Während der Umsatz leicht nachgab, verringerte sich der Betriebsgewinn um mehr als die Hälfte auf 15 Millionen Euro. Die Rendite (Ebit-Marge) schrumpfte auf 2,7 Prozent von sieben Prozent vor Jahresfrist. Dräger machte hierfür den starken Euro, ein im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schwächeres Russlandgeschäft, die Zurückhaltung der Kundschaft für Medizintechnik in den USA sowie die schwächere Geschäftsentwicklung in einigen asiatischen Ländern verantwortlich.

Statt eines um Währungseffekte bereinigten Umsatzplus von drei bis sechs Prozent erwartet der Konzern für 2014 nun ein Wachstum von zwei bis vier Prozent. Die Rendite (Ebit-Marge) soll einschließlich Währungseffekten zwischen 4,5 und 6,5 Prozent liegen. Bisher hatte der Vorstand eine Spanne von 6,5 bis 8,5 Prozent in Aussicht gestellt. Bereits im Mai hatte das börsennotierte Familienunternehmen die Erwartungen für 2014 schon einmal gedämpft.

Auch die mittelfristige Prognose sei Makulatur, erklärte Dräger. Eine Anpassung der Rendite- und Umsatzziele erfolge nach Vorliegen der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2014. Dräger arbeite an einem Maßnahmenpaket, das die Effizienz kurz- bis mittelfristig steigern werde. Genauere Angaben zu den geplanten Sparmaßnahmen wollte der Konzern nicht machen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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