Aktionärsschützer sehen Air Berlin skeptisch
Experten sehen wenig Potenzial für Air-Berlin-Aktie

Der Börsenstart des Billigfliegers ist für Freitag geplant. Doch eine Art „Volksaktie“ mit wenig Risiko, wie es die Werbung mit TV-Moderator Johannes B. Kerner suggeriere, sei Air Berlin keineswegs, sagen Experten. Laut Finanzmarktkreisen zeichnet sich eine Zuteilung der Aktien im mittleren Bereich der von 15 bis 17,50 Euro gehenden Angebotsspanne ab.

HB FRANKFURT/BERLIN. „16,50 Euro wäre kein schlechter Preis“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dieser Preis kristallisiert sich auch im vorbörslichen Handel heraus, wo die Papiere zur Wochenmitte mit 16,25 bis 16,75 Euro taxiert wurden. Allerdings würden noch zahlreiche Aufträge hereinkommen, hieß es in den Kreisen. „Es gibt hohe Nachfrage sowohl von Seiten institutioneller Investoren wie auch von Privatanlegern“, sagte die Person. Sollte Air Berlin hingegen die Preisspanne voll ausreizen, sehen Experten kaum Chancen auf Zeichnungsgewinne.

Air Berlin bietet noch bis Donnerstag bis zu 49,8 Millionen Aktien zur Zeichnung an. Das Börsendebüt ist für Freitag vorgesehen. Mit einem Emissionsvolumen von bis zu 870 Millionen Euro dürfte Air Berlin der zweitgrößte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr werden.

Unterdessen stellte Air Berlin Angaben eines Sprechers richtig, wonach der Zuteilungspreis mit 17,50 Euro bereits feststehe. „Wir haben von den Investoren bisher positives Feedback. Aber unsere Roadshow läuft noch. Insofern verbieten sich zum jetzigen Zeitpunkt Aussagen zum Ausgabekurs“, sagte der Air-Berlin-Sprecher. Er reagierte damit auf einen Bericht der „Berliner Zeitung“, in dem unter Berufung auf einen Firmensprecher ein Ausgabepreis von 17,50 Euro je Aktie als wahrscheinlich genannt wird.

Experten sehen bei einer Zuteilung der Aktien am oberen Ende der Preisspanne kaum Potenzial für Zeichnungsgewinne. „Sollten die Air-Berlin-Aktien zu 15,50 bis 16,00 Euro ausgegeben werden, dann dürften noch kleine Zeichnungsgewinne drin sein. Die Fantasie in dem Wert ist allerdings begrenzt“, sagte Händler Florian Weber von der auf vorbörslichen Handel spezialisierten DKM Wertpapierhandelsbank. „Viele Anleger fragen sich, was will ich mit einem Unternehmen, wo mehr als die Hälfte des Emissionserlöses an die Altaktionäre geht und das zudem im vergangenen Jahr einen nicht unerheblichen Verlust erwirtschaftet hat?“ Ein anderer Händler sieht ebenfalls wenig Potenzial für Kursgewinne. „Noch am unteren Ende der Spanne ist die Aktie teuer und hat kaum Luft nach oben.“

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