Aktionärsstruktur steht TecDax-Aufstieg im Wege
Sartorius-Aktie rückt wieder ins Blickfeld der Börsianer

Eine eher unbedeutende Meldung rückte die Aktie des Göttinger Medizintechnik-Unternehmens Sartorius in der vergangenen Woche in den Fokus der Anleger: Die Deutsche Börse meldete, dass die Sartorius-Vorzugsaktie für Ixos Software in den wenig beachteten Nemax 50 aufsteigt. Nach Meinung von Analysten handelt es sich zwar nur um eine Formalie. Dennoch ist deren Außenwirkung nicht zu unterschätzen. Schließlich war das bereits im Jahre 1870 gegründete Unternehmen bislang zwar innerhalb seiner Branche ein bekannter Name. Börsianer beachteten die Aktie jedoch nur am Rande.

FRANKFURT/M. Dies liegt an der speziellen hälftigen Aufteilung in Stamm- und Vorzugsaktien. Der Knackpunkt dabei: Von den Stammaktien befinden sich nur 16 Prozent im freien Handel (Free Float). Der Großteil der Stämme wird von einem Testamentsvollstrecker verwaltet, bei dem sie für 20 Jahre „geblockt“ sind. Von den Vorzügen sind zwar 91 Prozent im Streubesitz. Wegen des insgesamt geringen Free Float ist Sartorius jedoch nicht im TecDax vertreten, obwohl der Konzern 2003 mit 442 Mill. Euro rund 90 Mill. Euro mehr umsetzte als beispielsweise der Wettbewerber Qiagen. „Leider ist die Aktie noch sehr illiquide“, sagt Burkhard Weiss von Commerzbank Securities.

Dennoch befassen sich seit kurzen wieder mehr Analysten mit den Sartorius-Titeln. Die Experten der Deutschen Bank beobachten sie beispielsweise seit April und empfehlen den Kauf mit einem Kursziel von 16 Euro. Das entspricht beim gestrigen Kurs von 12,40 Euro einem Steigerungspotenzial von knapp 30 Prozent. Ebenfalls mit Kursziel 16 Euro stuft Marc Schwammbach von der NordLB die Aktie ein. Stefan Mühlbauer von Kepler Equities prognostiziert 15 Euro und rät ebenfalls zum Kauf. Unisono loben die Experten die guten Wachstumsaussichten für das laufende Jahr sowie die günstige Bewertung im Branchenvergleich.

So konnte Sartorius im ersten Quartal zwar seinen Umsatz nur geringfügig steigern, das Ergebnis wuchs jedoch deutlich an. Für die nächsten Quartale geht NordLB- Analyst Schwammbach davon aus, dass sowohl Umsatz als auch Ergebnis kontinuierlich wachsen werden. Indiz ist für ihn unter anderem, dass die Auftragseingänge bereinigt um Währungseffekte im ersten Quartal um 4,9 Prozent über Vorjahresniveau liegen. „Wir gehen davon aus, dass die Kunden ihre Investitionszurückhaltung im Jahresverlauf langsam aufgeben werden“, sagt er. Stefan Mühlbauer von Kepler Equities lobt außerdem, dass Sartorius im Vergleich zur Medizintechnik- Branche eine sichere Wahl darstellt. „Produktentwicklung und -einführung sind im Vergleich zu vielen Werten der Branche planbar“, sagt er.

Etwas Wasser in den Wein gießt hingegen Commerzbank-Analyst Burkard Weiss. Für ihn ist die Aktie nach dem starken Kursanstieg seit Jahresbeginn – sie legte seither in der Spitze um 90 Prozent zu – aktuell fair bewertet. „Das Management muss in den nächsten Quartalen beweisen, dass es die prognostizierten Zahlen auch liefern kann“, sagt er. Erst wenn dies der Fall wäre, würde er über eine Anhebung seines Kursziels von 12 Euro nachdenken.

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