Aktuelle Analystenstimmen zu HBOS und Lloyds TSB
Lloyds-Aktie unter Druck – Kurssprung bei HBOS

Die Aktien von HBOS reagierten am Donnerstag mit einem kräftigen Kurssprung auf die Übernahme durch Lloyds TSB. Gegen 10.25 Uhr sprangen die Titel von HBOS um 30,80 Prozent auf 192,40 Pence nach oben, für Lloyds ging es unterdessen um 6,34 Prozent auf 262,00 Pence nach unten.

fgh DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der britische Leitindex FTSE 100 gewann 0,97 Prozent auf 4960 Zähler. Lloyds legt für die unter Druck geratene Hypothekenbank 12,2 Milliarden Pfund auf den Tisch. Die HBOS-Aktionäre sollen 0,83 Lloyds-Aktien für eine Aktie ihrer Bank erhalten, womit der Wert der Aktien bei 232 Pence liegt.

Händlern zufolge war HBOS die Bank in Großbritannien mit den meisten Problemen, daher sollte die Übernahme die Märkte etwas beruhigen. Mark Sartori, Leiter des europäischen Aktienhandels bei Fox-Pitt Kelton, warf allerdings ein: "Ich bin sehr überrascht, dass die Regierung die Übernahme für Lloyds nicht versüßt. Lloyds wollte in dieses Geschäftsfeld eigentlich nicht vorstoßen, daher kommt die Aktie so unter Druck.

Goldman Sachs hat die Empfehlung für Lloyds TSB auf "Sell" und das Kursziel auf 320 Pence belassen. Aus finanzieller Sicht sei eine Fusion mit HBOS zweifelsfrei attraktiv, schrieb Analyst James Chappell in einer Studie vom Donnerstag. Strategisch betrachtet werfe ein solcher Zusammenschluss aber Fragen auf. Das größte Risiko sei, die beiden verschiedenen Geschäftsfelder erfolgreich zu integrieren. Hinzu kämen mögliche Abschreibungen durch die Abschwächung der britischen Wirtschaft.

Die UBS hat die Empfehlung für Lloyds TSB auf "Sell" und das Kursziel auf 250 Pence belassen. Eine Übernahme von HBOS lasse eine neue Bank mit enormer Macht entstehen und mache den Sektor langfristig deutlich profitabler, schrieb Analyst Alastair Ryan in einer Studie vom Donnerstag. Keine Bank könne die Gelegenheit, so viel Dominanz in ihrem Heimatmarkt zu erlangen, auslassen. "Die "neue' Lloyds hat einen hohen Marktanteil - insgesamt dürfte dies langfristig zu einem deutlich profitableren Sektor führen - und Lloyds könnte einer der größten Profiteure sein", hieß es weiter.

Die Analysten von Numis Securities wiesen darauf hin, dass Lloyds bei der Liquidität eine bessere Position aufweise als HBOS. Jedoch überwögen die Kundenkredite die Kundeneinlagen um 68 Mrd. britische Pfund. Sollte die Transaktion am Markt nicht zu mehr Zuversicht führen, dürften lediglich die Hedgefonds ihre Bestände an Leerverkaufspositionen auf Lloyds TSB/HBOS übertragen. Nach Ansicht der Experten entsteht durch die Übernahme lediglich eine größere Unternehmensgruppe, die einen noch höheren Bedarf an Finanzmitteln haben wird.

" Unterdessen hoben die Analysten von Panmure in einer ersten Reaktion die HBOS-Aktien von "Sell" auf "Buy", die Einschätzung für Lloyds erhöhten sie von "Hold" auf "Buy". Das Kursziel wurde an das Übernahmeangebot angepasst. Die Angst, dass abermals die Kunden in Scharen ihre Einlagen abzögen, habe die Übernahme wohl beschleunigt, vermuteten die Analysten. Sie hatten erwartet, dass HBOS bis 2010 Schwierigkeiten haben würde, profitabel zu arbeiten, hatten die Bank aber nicht als Opfer der Kreditkrise gesehen

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