Allianz und Münchener Rück bauen Reserven aus
Dax-Unternehmen verringern ihre Lasten

Noch errechnen die Unternehmen ihre genauen Zahlen für das dritte Quartal, doch schon jetzt lässt sich eines absehen: Das bilanzielle Eigenkapital der Dax-Unternehmen ist wie schon im zweiten Quartal gestiegen. Grund ist, dass die Aktienmärkte von Juli bis September weiter zugelegt haben und somit auch der Wert der von den Unternehmen gehaltenen Wertpapiere gestiegen ist. Die Konsequenz für den Anleger: Die Gesellschaften konnten ihre stillen Lasten weiter abbauen.

FRANKFURT/M. Die hatten im März den Höchststand erreicht, was zur erheblichen Verunsicherung der Aktionäre führte. „Der Dax federt inzwischen vieles ab“, sagt Klaus Schrüfer von der SEB Bank.

Eine generelle Entwarnung ist jedoch noch nicht möglich. Daimler- Chrysler und Siemens haben nach Ansicht vieler Experten weiterhin erhebliche Lücken in ihren Pensionsfonds. Und gerade die Commerzbank und die Hypo-Vereinsbank sitzen auf erheblichen stillen Lasten, mahnt Jochen Rothenbacher von Equinet Research. Auf der Commerzbank lasteten beispielsweise nach dem zweiten Quartal stille Lasten von 3,37 Euro je Aktie. Bei der Hypo-Vereinsbank lag der Anteil sogar bei 8,86 Euro je Aktie. Auf der Gegenseite fallen die Versicherungen Allianz und Münchener Rück positiv auf, die zuletzt erhebliche stille Reserven aufbauen konnten. Die Allianz verfügte beispielsweise zum 30. Juni über 10,81 Euro pro Aktie, die Münchener Rück sogar über 13,96 Euro. „Der Trend für das dritte Quartal geht dahin, dass die Versicherungen ihre stillen Reserven weiter ausgebaut haben“, sagt Rothenbacher. Die besonders belasteten Unternehmen wie die Commerzbank und die Hypo-Vereinsbank konnten nach aktuellen Schätzungen ihre stillen Lasten weiter verringern.

Knackpunkt innerhalb der stillen Lasten bleiben indes die Pensionsverpflichtungen. Die kamen im Sommer ins Gerede, als die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) den Stahlkonzern Thyssen-Krupp herabstufte, worauf die Aktie 30 % und die Anleihe 10 % verlor. Grund war, dass Pensionsrückstellungen von 7,1 Mill. Euro nach neuen S&P-Regularien in vollem Umfang den Finanzverbindlichkeiten zugerechnet wurden. Die Finanzierungskosten für Thyssen-Krupp steigen dadurch um geschätzte 20 Mill. Euro im Jahr, ohne dass sich an der wirtschaftlichen Lage etwas verändert hat.

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