Am Anleihemarkt ist Adecco keine große Nummer: „Die Anleger stumpfen irgendwann ab“

Am Anleihemarkt ist Adecco keine große Nummer
„Die Anleger stumpfen irgendwann ab“

Bis zu 48 Prozent ist die Aktie von Adecco am Montag nach unten gerauscht, als bekannt wurde, dass der Personaldienstleister die Veröffentlichung seiner Zahlen verschieben wird. Die Investoren fragen sich, ob hier der nächste europäische Bilanzskandal droht.

cü/kk FRANKFURT. „Die Faktenlage ist dürftig“, beschwert sich Ronald Wildmann, Analyst von der Leu Bank . Er hat die Aktie auf „verkaufen“ herabgestuft. Die mangelhafte Informationspolitik verunsichert genauso Rolf Kunz von der Zürcher Kantonalbank. „Das lässt Spekulationen freien Lauf“, kritisiert Kunz und bewertet die Aktie nur noch mit „underperform“. Britta Simon von der Bank Sarasin stuft die Aktie wegen „Ungewissheit“ auf „reduzieren“ herab.

„Für den Schweizer Markt ist das schon schlimm“, stellt Simon fest, „das Vertrauen sinkt immer mehr.“ Dass die Marktreaktionen insgesamt nicht besonders heftig ausfallen – der Dax etwa hielt sich im Tagesverlauf recht stabil mit weniger als ein Prozent im Minus – erklärt sie mit dem Gewöhnungseffekt nach Skandalen wie Enron, Ahold und Parmalat: „Die Anleger stumpfen irgendwann ab“, sagt sie. „Der Gesamtmarkt hat Adecco kaum zur Kenntnis genommen“, stellt auch Christian Schmidt vom Aktien- Floor Research der Hessischen Landesbank fest. Solange die Stimmung gut sei, würden Skandale kaum registriert.

Am Anleihemarkt ist Adecco keine große Nummer. Die Zeitarbeitsfirma hat vier Anleihen und zwei Wandelanleihen in verschiedenen Währungen über umgerechnet 1,8 Mrd. Euro ausstehen. In Euro gibt es nur zwei Adecco-Papiere, eine Wandelanleihe vom November 1999 und eine Anleihe, die im März 2001 begeben wurde. Ihr Kurs fiel gestern zeitweise auf 94 von zuvor 106 Prozent des Nennwerts. Später erholte sich der Bond etwas. „Nachdem die Anleihen schon deutlich an Wert verloren haben, ist es schwierig zu sagen, ob die Kurse weiter nach unten gehen“, sagt Stephan Michel, Analyst für Unternehmensanleihen bei Barclays Capital. „Es gibt einfach noch nicht genug Fakten.“

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