Analyse
Allianz: Konjunktur Asiens erholt sich ab der zweiten Jahreshälfte 2009

Die Konjunktur in Asien wird sich nach Einschätzung der Volkswirte der Allianz ab der zweiten Jahreshälfte wieder erholen. "Eine lang anhaltende Krise wird Asien mit hoher Wahrscheinlichkeit erspart bleiben", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz Gruppe am Mittwoch in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Konjunktur in Asien wird sich nach Einschätzung der Volkswirte der Allianz ab der zweiten Jahreshälfte wieder erholen. "Eine lang anhaltende Krise wird Asien mit hoher Wahrscheinlichkeit erspart bleiben", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz Gruppe am Mittwoch in Frankfurt. Für eine baldige Erholung sprächen zunächst die weltweit wieder besseren Konjunkturaussichten. Zudem wirkten sich das relativ widerstandsfähige Bankensystem, hohe Devisenreserven, eine geringe Auslandsverschuldung sowie die Leistungsbilanzüberschüsse der vergangenen Jahre positiv aus.

Im Jahr 2009 dürfte Asien wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise laut Heise jedoch nur um 2,7 Prozent wachsen. Zwischen den Jahren 2004 und 2008 hatte das Wachstum der Region noch bei durchschnittlich acht Prozent je Jahr gelegen. "Die hohe Exportabhängigkeit hat zu dem schwersten Konjunktureinbruch seit der Asienkrise 1997/1 998 geführt", sagte Heise. Für 2010 erwarten die Ökonomen jedoch wieder eine Belebung der gesamten Region und mit 5,6 Prozent ein doppelt so hohes Wirtschaftswachstum wie im laufenden Jahr.

Binnenmarkt STÄRken

Staaten mit einem großen und robusten Binnenmarkt wie Indien oder Indonesien dürften laut Heise besser als die kleinen und exportabhängigen Länder durch die Krise kommen. Ein Schrumpfen der Wirtschaft dürfte diesen Ländern erspart bleiben. Langfristig müssten die exportabhängigen asiatischen Schwellenländer ihren Binnendynamik stärken: "Denn es ist nicht damit zu rechnen, dass die USA auf absehbare Zeit die alte Importdynamik wieder erreicht." In China könnte ein Abbau der sehr hohen Sparquote die Nachfrage stützen. Hierzu sei ein Aufbau von funktionierenden Sozialsystemen notwendig. Derzeit gebe es in China angesichts fehlender Sozialsysteme ein hohes Angstsparen. Das Wirtschaftswachstum in China dürfte im laufenden Jahr zwischen sechs und sieben Prozent liegen.

Auch für den zweitgrößten Staat der Region Indien zeigte sich Heise optimistisch. Die Euphorie der Finanzmärkte nach den jüngsten Parlamentswahlen sei keineswegs übertrieben. Das eindeutige Wahlergebnis dürfte zu einer Beschleunigung des Reformprozesses führen. Indien profitiere von seiner geringen Exportabhängigkeit und der Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften. "Die Aussichten für Indien sind sehr gut", sagte Heise.

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