Analyse
Alternde Bevölkerung hat nur begrenzte Auswirkung auf Finanzmärkte

Die fortschreitende Alterung der Weltbevölkerung wird der Schweizer Großbank UBS zufolge langfristig nur begrenzte Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.

dpa-afx FRANKFURT. Die fortschreitende Alterung der Weltbevölkerung wird der Schweizer Großbank UBS zufolge langfristig nur begrenzte Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Die Experten widersprechen einer aktuellen Studie zufolge damit der verbreiteten Meinung, dass sich die Alterung gravierend auf die Entwicklung der Finanzmärkte auswirken werde. "Wir halten solche Bedenken für weit übertrieben und gehen nur von moderaten Folgen der demografischen Trends aus."

Die Alterung der Bevölkerung sollte zwar in den Industrieländern in den nächsten Jahrzehnten zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führen, heißt es in der Studie mit dem Thema "Alterung der Bevölkerung". Auf Aktien und Anleihen wirke sich dies aber nicht eindeutig aus. In den Industrieländern rechnen sie allerdings in den nächsten beiden Jahrzehnten mit etwas niedrigeren Aktienmarktrenditen als in den letzten fünfzig Jahren.

Bildung, Einkommen und Kenntnis DER FinanzmÄRkte Entscheidender

Denkbar sei zwar, dass etliche Privatanleger von Aktien in weniger riskante Anlageformen umschichten könnten, wenn sie älter sind. Die Annahme, dass ein höheres Alter aber zwangsläufig zu einer geringeren Risikotoleranz in alternden Gesellschaften führe, sei "ein Trugschluss". Weitaus entscheidender seien vor allem die Bildung, das Einkommen und die Kenntnis der Finanzmärkte. Die Annahme, dass Anleger ihre Portfolios in großem Umfang von Aktien in Anleihen umschichteten, sei "doch etwas weit hergeholt".

Pensionskassen dürften allerdings verstärkt von Aktien in Anleihen umschichten. Grund dafür sei unter anderen der sinkende Anlagehorizont und der Rückgang beim Anteil der aktiven Versicherten, während das Durchschnittsalter der Mitglieder steigt. Ein positiver Einfluss auf die Finanzmärkte ergebe sich durch den Vertrauensrückgang bei der staatlichen Rente. Dies könnte dazu führen, dass die Bürger das Geschick ihrer Altersvorsorge immer mehr in die eigene Hand nehmen - dies führe dann auch zu einer vermehrten Nachfrage nach Finanzanlagen.

In Schwellenländern rechnen die Experten der UBS wegen der potentiell höheren Renditen mit mehr Investitionen von Anlegern. "Ein solcher Effekt ist bereits im Gang." Anleger müssten aber genauer hinsehen bei der Auswahl, da die Wachstumssaussichten nicht in allen Ländern gleich seien.

Einfluss DER Alternden Gesellschaft AUF Immobilien

Mit Blick auf die Immobilien werde sich die Stadt gegenüber dem Land durchsetzen. Auch in einer alternden Gesellschaft würden Geschosswohnungen in Innenstädten vermehrt nachgefragt. "Während die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in Vorstädten nachlassen oder gar zurückgehen wird, kann in dem Markt für innerstädtische Kleinwohnungen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren mit einer anhaltend boomenden Nachfrage gerechnet werden. Grundsätzlich dürften weiter sinkende Risikoprämien als Folge der hohen Nachfrage nach Immobilien als Alterskapital und die zunehmende Transparenz der Märkte die Preise für Immobilien stützen.

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