Analyse
Analyse ICF: Erhöhung des EADS-Streubesitzes hat kaum positive Auswirkungen

Die Erhöhung des Streubesitzes bei EADS durch Anteilsverkäufe von Daimler-Chrysler und Lagardere wird sich laut ICF Kursmakler kaum positiv für den Flugzeugbauer auswirken.

dpa-afx FRANKFURT. Die Erhöhung des Streubesitzes bei EADS durch Anteilsverkäufe von Daimler-Chrysler und Lagardere wird sich laut ICF Kursmakler kaum positiv für den Flugzeugbauer auswirken. Die Gründe dafür seien festgelegte Kappungsgrenzen für Aktien in den Auswahlindizes sowie die nicht gegebene Möglichkeit einer Aufnahme von EADS in den Leitindex Dax , schrieb Marktstratege Klaus Stabel in einer Studie am Donnerstag.

Der Anteil der frei handelbaren EADS-Papiere werde sich im kommenden Jahr nach den jeweils 7,5-prozentigen Anteilsverkäufen von bislang 34,8 auf 49,8 Prozent erhöhen. Die Marktkapitalisierung von EADS nach Streubesitz, die von der Deutschen Börse bei der Index-Gewichtung berücksichtigt wird, würde auf 12,4 Mrd. Euro steigen. "Damit würde sie sogar knapp die Hälfte der 30 Dax Werte hinter sich lassen", so Stabel.

"Aber dennoch wird EADS von dieser Verbreiterung des Aktionärsbasis hinsichtlich der Indexzugehörigkeit kaum profitieren können", führt er aus. Dabei verwies Stabel unter anderem auf die Kappungsgrenzen in den Indizes. So werde das Gewicht von Aktien in den Indizes durch diese Grenze beschnitten, um den Einfluss einzelner Gesellschaften auf die Indexbewegungen zu limitieren. Die Kappungsgrenze im Dax liegt bei 15 Prozent und bei MDax, TecDax und Sdax bei zehn Prozent.

"Gegenwärtig beträgt die gesamte Freefloat-Marktkapitalisierung des MDax 92,23 Mrd. Euro, womit die zehnprozentige Kappungsgrenze etwa bei dem Betrag von 9,223 Mrd. Euro Marktkapitalisierung erreicht würde", führte Stabel aus. "Da EADS bereits eine Marktkapitalisierung von 8,664 Mrd. Euro hat, entspricht dies einer noch höchstmöglichen Gewichtszunahme von etwa 6,5 Prozent. Die restlichen knapp 8,5 Prozentpunkte der Erhöhung bleiben demzufolge ohne Auswirkung auf das Indexgewicht", so der Stratege. Selbst ein vollständiger Beteiligungsverkauf der Großaktionäre würde an dieser Situation nichts ändern.

Auch ein Aufstieg in die Dax-Liga sei EADS verwehrt, "obwohl das Unternehmen die Hälfte der Dax-Titel hinsichtlich der Marktkapitalisierung überrundet". Doch eine Mitgliedschaft in der höchsten Aktienliga sei nur deutschen Gesellschaften vorbehalten, der Hauptsitz der EADS liege aber in den Niederlanden.

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