Analyse: Anleger gespalten über weitere Dax-Entwicklung

Analyse
Anleger gespalten über weitere Dax-Entwicklung

Nach Angaben von cognitrend reagieren die institutionellen Anleger in deutschen Standardwerten sehr unterschiedlich auf die Ereignisse der vergangenen drei Handelstage.

dpa-afx FRANKFURT. Nach Angaben von cognitrend reagieren die institutionellen Anleger in deutschen Standardwerten sehr unterschiedlich auf die Ereignisse der vergangenen drei Handelstage. "Während einige überraschend deutlich kundgeben, dass man nun alle Aktien aus den Depots werfen solle, freuen sich andere über günstige Kaufgelegenheiten", schreibt Analyst Gianni Hirschmüller in einer aktuellen Studie. Derzeit sei aber nicht zu erkennen, welche Seite Recht behalten werde.

BÄREN Erwarten „Baisse MIT Allem Drum und Dran“

Ein Drittel der von cognitrend befragten Anleger erwarte beim Dax "keinen Crash mit schneller Erholung". Vielmehr rechneten sie mit einer "Baisse mit allem Drum und Dran - lang, qualvoll und von einer US-Rezession begleitet". Zwar hätten nach der jüngsten Marktentwicklung ehemals neutral orientierte Investoren sowie einige aus dem Bären-Lager auf die Käufer-Seite gewechselt, so Hirschmüller. "Aber selbst die neuen Optimisten werden nicht annehmen, dass sie schon den Boden getroffen haben." Vielmehr gingen sie von einer Tage bis Wochen anhaltenden hohen Volatilität aus und rechneten weder mit einer umgehenden Gegenbewegung noch einem "Investmentalptraum".

Bei den befragten Investoren legte das optimistische Bullen-Lager im Vergleich zur letzten Erhebung vor einer Woche um sechs Prozentpunkte auf 48 Prozent zu. Der Anteil der pessimistischen Bären ging um zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent zurück. Das neutral gestimmte Lager verkleinerte sich um vier Prozentpunkte auf zehn Prozent.

TecDax: Mehrheit Rechnet Nicht MIT Weiterem Ausverkauf

Im TecDax glaube die Mehrheit der befragten Anleger nicht an eine Fortsetzung des Ausverkaufs, schreibt Analystin Christin Stock. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen privaten und institutionellen Investoren. Zuvor neutral orientierte Privatanleger hätten die massive Schwäche bei deutschen Technologieaktien zur Schnäppchenjagd genutzt. Dagegen erwarteten institutionelle Anleger keine schnelle Erholungsrally und verzichteten auf Zukäufe. Für einen weiteren "Börsenorkan" sieht Stock das deutsche Technologiebarometer "nicht allzu gut gerüstet".

Der Anteil der Bullen legte insgesamt um drei Prozentpunkte auf 47 Prozent zu. Die Bären verzeichneten einen Anteilsrückgang um drei Prozentpunkte auf 32 Prozent. Das Lager der neutral gestimmten Anleger verharrrte unverändert bei 21 Prozent.

An beiden Erhebungen von cognitrend nehmen jeweils etwa 150 institutionelle Investoren teil: Fondsmanager, Vermögensverwalter, Eigenhändler oder Asset-Manager. Für den Stimmungsindikator zu den Technologiewerten holt das Analysehaus zudem noch die Meinung von etwa 150 Privatanlegern ein./

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