Analyse
Auswirkungen eines Rettungspakets auf US-Wirtschaft und Börse

Das erwartete Rettungspaket der US-Regierung für den angeschlagenen Bankensektor auf die US-Wirtschaft wird nach Ansicht der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einen Systemkollaps verhindern.

dpa-afx STUTTGART. Das erwartete Rettungspaket der US-Regierung für den angeschlagenen Bankensektor auf die US-Wirtschaft wird nach Ansicht der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einen Systemkollaps verhindern. Mit den Maßnahmen dürften Zusammenbrüche größerer Banken wie Washington Mutual die Ausnahme bleiben, schreibt Analyst Matthias Huth in einer Studie zu "Fixed Income Trades and Strategy" am Freitag. Trotz der Bedenken im Kongress sei eine Zustimmung wahrscheinlich, da ein Scheitern des Rettungspaketes im Senat aus seiner Sicht noch weitaus größere Risiken in sich berge. Änderungen in Detailfragen gegenüber dem Entwurf seien jedoch wahrscheinlich.

Wenn das Rettungspaket im diskutierten Volumen akzeptiert wird, sind laut LBBW zwei Szenarien denkbar: Im negativen Fall reichen die zu verabschiedenden Maßnahmen nicht zur Stabilisierung des Bankensystems. Vor allem internationale Investoren könnten wegen der Zusammenbrüche von Banken und der hohen Belastungen für das Budget das Vertrauen in die US-Wirtschaft verlieren. In der Folge sei mit einer scharfen Abwertung des Dollar zu rechnen. Huth rechnet dann auch bei den Aktienkursen mit einem weiteren Einbruch. Wegen der hohen Zinsen dürfte zudem die ohnehin schwache Konjunktur völlig einbrechen. Am Ende stehe eine jahrelang andauernde Rezession oder Stagnation, schreibt Huth. Aufgrund der Bedeutung der USA sei dieses Szenario jedoch unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher erscheint Analyst Huth, dass das Rettungspaket zwar weitere Zusammenbrüche von Banken nicht verhindern können wird. Allerdings dürfte ein totaler Systemkollaps verhindert werden und der Zusammenbruch größerer Banken wie Washington Mutual werde die Ausnahme bleiben. Die Renditen auf US-Staatsanleihen würden dann moderat ansteigen, schreibt Huth. Das lasse dann verstärkt Auslandskapital in die USA strömen und würde den Dollar unterstützen. Die Konjunktur dürfte sich nach einer Rezession wieder erholen, wenngleich der Analyst der LBBW nicht vor Ende 2009 mit einer signifikanten Verbesserung der Konjunktursituation rechne. In diesem Szenario wirkten zwei Kräfte auf den Aktienmarkt. LBBW-Analyst Gernot Griebling sagt: "Positiv wirkt das Abwenden eines Super-Gau auf die Börse und das dürfte eine Erleichterung am Aktienmarkt bringen. Jedoch ist mit einer Beschleunigung der Inflation zu rechnen und das trübt die Perspektiven für den Aktienmarkt ein."

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