Analyse
Blackrock Merrill Lynch positiv für Aktienmärkte und Konjunktur

Mit einer weichen Landung für die Weltwirtschaft und einer positiven Entwicklung an den Aktienmärkten rechnet Blackrock Merrill Lynch Investment Managers.

dpa-afx FRANKFURT. Mit einer weichen Landung für die Weltwirtschaft und einer positiven Entwicklung an den Aktienmärkten rechnet Blackrock Merrill Lynch Investment Managers. Trotz kurzfristiger Unsicherheit deute mittel- bis langfristig alles auf ein günstigeres Umfeld für Aktien hin, schrieb Marktstratege Bob Doll in einer Studie vom Mittwoch.

Das Wachstum der Unternehmensgewinne wird sich nach Ansicht des Experten zwar verlangsamen, aber insgesamt positiv bleiben. Aktien seien derzeit nicht überbewertet. Dagegen erschienen die Anleihebewertungen unter dem Einfluss der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung überzogen.

Weltwirtschaftswachstum Bleibt Robust

Das Weltwirtschaftswachstum bleibt laut der Studie robust und liegt wahrscheinlich sogar geringfügig über dem langfristigen Trend. Die Verlangsamung mache sich am stärksten in den USA bemerkbar. Dort habe sich das Wirtschaftswachstum seit dem ersten Quartal, als es noch bei fünf Prozent lag, nahezu halbiert.

Doll erwartet eine weiche Landung für die US-Wirtschaft. Aktuelle Konjunkturindikatoren deuteten auf eine niedrige Inflation bei gleichzeitig moderatem Wirtschaftswachstum außerhalb des US-Wohnimmobilienmarktes hin. Dabei wirke sich positiv aus, dass die abflachende Konjunktur bis dato einen nachlassenden Inflationsdruck bedingte. "Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, ist die langfristige Aussicht für Aktien positiv." Die größte Unsicherheit hierbei könnte sein, dass die Wirtschaft entweder in einen Absturz gerate oder die Inflationsgefahr durch einen erneuten Zinsanstieg nicht gebannt werden könne. "Da mit dem Eintreten beider Ereignisse allerdings nicht zu rechnen ist, wird eine weiche Landung der US-Wirtschaft prognostiziert", erklärte Doll.

ÖLpreis IM Fokus

Nach Einschätzung von Blackrock Merrill Lynch Investment Managers wird der Ölpreis weiter fallen. "Zwar stand das Platzen der amerikanischen Immobilienblase bisher im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, tatsächlich sind aber die fallenden Ölpreise – global gesehen - der weitaus bedeutsamere Trend der letzten Monate", so Doll. Mit rund 63 Dollar pro Barrel liege der Preis für Rohöl der Marke Brent im November weit unter dem Höchststand von 78 Dollar im August und dem Dreimonats-Durchschnitt von 73 Dollar. "Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte die Inflationsrate weltweit um 0,25 bis 0,5 Prozent sinken und der Konjunktur Wachstumsimpulse in vergleichbarer Größenordnung bescheren." Das reiche zwar nicht, um die volkswirtschaftlichen Rahmendaten grundlegend zu ändern, trage aber ebenfalls zu einer sanften Landung der Weltwirtschaft bei.

Der Ölpreis wird laut Studie indes nicht unbedingt auf seinem derzeit niedrigen Niveau verharren. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage befinde sich in einem prekären Gleichgewicht, bei dem bereits geringfügige Versorgungsengpässe zu neuen Preisspitzen führen können.

Potenziell EnttÄUschendes Gewinnwachstum

Die Ertragserwartungen der Unternehmen sind nach Ansicht von Experte Doll allgemein außerordentlich gedämpft. Darauf deuteten nicht nur die entsprechenden Indikatoren hin, sondern auch die relativen Aktienbewertungen, die noch nicht ausgereizt seien. Eine der wesentlichsten Risiken für die globalen Aktienmärkte bestehe jedoch in einem Einbruch beim Gewinnwachstum infolge einer massiv rückläufigen Konjunkturentwicklung oder zunehmenden Drucks auf die hohen Gewinnspannen.

Bisher gebe es dafür allerdings keine Anzeichen. "Voraussichtlich wird das nachlassende Gewinnwachstum zu gewissen Abschwächungstendenzen an den Aktienmärkten führen, dennoch sollte der Bullenmarkt mindestens bis zum Jahresende anhalten", hieß es in der Studie.

Rohstoffe: 'These VOM Superzyklus DER RohstoffmÄRkte Weiter Relevant'

In den vergangenen Wochen war laut Bob Doll die negative Wertentwicklung von Metallen und anderen Rohstoffen, bedingt durch die fallenden Rohstoffpreise, einer der wichtigsten sektoralen Trends weltweit. "Die These vom Superzyklus ist allerdings insofern weiterhin relevant, als dass die Bestände nach wie vor niedrig sind, obwohl die Weltwirtschaft immer noch expandiert." Ein zyklisch bedingter Preisrutsch biete Investoren somit eine günstige Einstiegsgelegenheit.

Der Ausblick von Doll fällt positiv aus: "Da sich die Wachstumserwartungen stabilisieren, sollte die Weltwirtschaft die zweite Hälfte des Bullenmarktes noch vor sich haben." Auf Unternehmensseite sei mit wiederholten Neubewertungen und einer Rückkehr zu normalem Ertragswachstum zu rechnen. Investoren sollten weiterhin konjunkturabhängige Titel in ihrem ausgeglichenen Portfolio beibehalten und Aktien aus nicht-amerikanischen Regionen aufnehmen.

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