Analyse
Citigroup sieht Schwellenländer im Aufwind

Zahlreiche Schwellenländer bieten laut Citigroup spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2008 interessante Aktienanlage- Möglichkeiten.

dpa-afx FRANKFURT. Zahlreiche Schwellenländer bieten laut Citigroup spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2008 interessante Aktienanlage- Möglichkeiten. Für Asien empfiehlt Stratege Markus Rösgen, vor allem die Region Hong Kong sowie Malaysia überzugewichten, während er von Aktien-Investments in Singapur und China abrät, wie er am Montag in Frankfurt erläuterte. In Lateinamerika biete Mexiko die attraktivste Bewertung, ergänzte Stratege Geoffrey Dennis. In der Ceemea-Region (Zentral- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika) favorisiert Stratege Andrew Howell vor allem Anlagen in den Märkten von Russland, Mena (Mittlerer Osten und Nordafrika) und Türkei. Zum Einstieg in diese Aktienmärkte raten die Experten angesichts eines US-Rezessionsszenarios und der unsicheren weltweiten Konjunktur aber erst in zwei bis drei Monaten.

"Die Märkte der Schwellenländer haben sich seit etwa sieben Jahren besser als der weltweite Durchschnitt entwickelt und dies dürfte auch noch weiter andauern", resümierte Michael Joynson. Dabei rechnet der Citigroup-Experte für globale Aktienstrategie im laufenden Jahr mit einem weiterhin überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum in diesen Ländern bei gleichzeitig leicht verlangsamtem weltweitem Wachstum.

Bewertungsblasen IN China und Indien

"Bewertungsblasen" werden allerdings in China und Indien gesehen. Problematisch für die asiatischen Märkte sei wegen der Exporte zudem vor allem die starke Abhängigkeit von den USA und Europa. "Noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich Asien von dieser Abhängigkeit abkoppeln kann", sagte Rösgen und verwies dabei zugleich auf die direkten Auswirkungen für die Aktienmärkte. Eine Rezession in den USA dürfte diese Märkte daher besonders stark treffen, zumal auch ohne ein solches Szenario die Aktienbewertung insgesamt etwa 20 Prozent zu hoch liege. Mit Blick auf einzelne Branchen seien vor allem die Immoblien- und Industriewerte "sehr teuer".

In Lateinamerika sind die langfristigen Aussichten für Aktien laut Dennis unverändert positiv. "Wir erwarten den Beginn eines neuen Bullenmarkt-Zyklus“ in der zweiten Jahreshälfte und in das Jahr 2009 hinein, wenn sich die Weltwirtschaft erholt", sagte der Experte. Brasilien werde vor allem vom Minensektor getrieben. Die langfristigen Perspektiven seien solide und zudem profitiere das Land vom schwächeren Dollar und steigenden Rohstoffpreisen. "Allerdings sieht Brasilien bereits überkauft aus und ist kurzfristig anfällig für negative Nachrichten", schränkte Dennis sein "Overweight"-Urteil ein. Mexiko dagegen sei sehr attraktiv bewertet und daher ein "eindeutiges Overweight". Vor allem die Branchen Konsumgüter, Industrie und Telekom sollten übergewichtet werden. Mit "Underweight" eingestuft sind Argentinien, Chile und Kolumbien, Peru mit "Neutral".

Russland MIT Unterdurchschnittlicher Entwicklung

Ceemea-Experte Howell empfiehlt Engagements in Russland, da der Markt sich wegen des Ölsektors unterdurchschnittlich entwickelt habe und im Vergleich mit global ähnlichen Märkten schlechter bewertet sei. Von der weltweiten Kreditkrise sei Russland zudem nahezu unberührt und nach der Wahl von Dmitri Medwedew zum neuen Präsidenten dürfte zudem die politische Kontinuität gewahrt bleiben. Er empfiehlt beispielsweise Investments in Gazprom , Norilsk, Sberbank oder Severstal. Die Region Mena sei trotz ihrer starken Entwicklung in den vergangenen Monaten noch nicht zu teuer im Vergleich zu anderen Schwellenländern. Starkes Wirtschaftswachstum, Marktliberalisierungen und niedrige Zinsen seien unter anderem gute Stützen. Top-Märkte seien die Vereinigten Arabischen Emirate, Qatar und Ägypten.

Ebenfalls mit "Overweight" ist die Türkei eingestuft. Zwar sei sie recht anfällig für ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum in Europa, aber die Währungs- und Anleihemärkte wiesen auf eine Überreaktion der Aktienmärkte hin, so Analyst Howell. "Angesichts des soliden Wachstums sehen die Bewertungen sehr attraktiv aus", sagte er und empfiehlt unter anderem Isbank, Vakifbank oder Arcelik zum Kauf.

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