Analyse
Dax steuert auf „Showdown“ zu - Ausverkauf fehlt noch

Der Aktienmarkt dürfte nach Einschätzung von Sentix Mitte März auf einen "Showdown" zusteuern. "Die Märkte werden die Offiziellen zwingen, ihre halbherzige Garantie- und Stützungspolitik gegen beherzte, große Maßnahmen zu tauschen", schreibt Analyst Manfred Hübner in einer aktuellen Studie.

dpa-afx FRANKFURT. Der Aktienmarkt dürfte nach Einschätzung von Sentix Mitte März auf einen "Showdown" zusteuern. "Die Märkte werden die Offiziellen zwingen, ihre halbherzige Garantie- und Stützungspolitik gegen beherzte, große Maßnahmen zu tauschen", schreibt Analyst Manfred Hübner in einer aktuellen Studie.

Er sieht Parallelen zu 2003 und 2008, als nach einem schwachen Januar und einer Konsolidierung im Februar im März Ausverkaufsstimmung aufgekommen sei. Im Vergleich zu den genannten Jahren seien die Kursverluste seit Jahresbeginn nun schon höher und ähnlich wie vor sechs Jahren die Aktieninvestitionsgrade sehr niedrig. "Das hat uns zwar auch damals nicht vor einer Ausverkaufssituation bewahrt, dürfte aber jede Form des Ausverkaufs vergleichsweise kurzlebig machen", so Hübner. Mitte März 2003 war der Dax im Verlauf bis auf 2 188,75 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit November 1995 gefallen. Anschließend hatte der Leitindex eine mehrjährige Rally hingelegt. Im März 2008 hatte es vom damaligen Tief bei 6 167,82 Punkten zumindest für eine rund zweimonatige Zwischenerholung gereicht.

Fraglich ist für Hübner indes, ob der aktuelle Pessimismus schon für eine positive Trendwende ausreicht. Zwar sei die kurzfristige Skepsis sprunghaft gestiegen, doch fehlten noch "sämtliche "Begleitparameter" in Form von Marktaktionen". So liege etwa in den USA die Put-Call-Ratio - das Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen auf Aktien - sehr niedrig. Auch die Volatilitätsindizes zeigten noch keine um sich greifende Panik an. Ein Ausverkauf bräuchte daher noch einen Katalysator.

Hübner hält staatliche Garantien und Hilfszusagen für Unternehmen nach wie vor für eine Sackgasse. Die Diskussion um Verstaatlichungen im Bankensektor sei eine "absolute Geisterdebatte", da viele Institute ihre Existenz schon aktuell nur noch staatlichen Rettungsschirmen verdankten. "Würden die Staaten endlich bei den angeschlagenen Instituten durch Kapitalschnitte mit anschließender Kapitalerhöhung die Kapitalmehrheit übernehmen, würde dies dem Markt sehr wahrscheinlich helfen. Zum einen ist den Anlegern inzwischen ein Ende mit Schrecken lieber als ein Schrecken ohne Ende. Zum anderen würde so der Steuerzahler wenigstens in die Lage versetzt, bei einer späteren Gesundung an der Wertaufholung zu partizipieren."

Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus.

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