Analyse
Dekabank: Globalisierung hält Inflation in Schach

Die Globalisierung wird die Inflation nach Einschätzung der Dekabank auch in den kommenden Jahren in Schach halten. Zunehmender inflationärer Druck komme unterdessen von den Regierungen, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, am Dienstag in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Globalisierung wird die Inflation nach Einschätzung der Dekabank auch in den kommenden Jahren in Schach halten. Zunehmender inflationärer Druck komme unterdessen von den Regierungen, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, am Dienstag in Frankfurt. So dürfte allein die geplante Mehrwertsteuer in Deutschland die Inflation in der größten Volkswirtschaft der Eurozone schlagartig um knapp einen Prozentpunkt auf 2,1 Prozent 2007 in die Höhe treiben. Für die Eurozone summiere sich dieser Effekt auf 0,3 Prozentpunkte bei einer erwarteten Teuerung von 2,1 Prozent.

Mit von den Notenbanken gefürchteten Zweitrundeneffekten über höhere Löhne sei unterdessen weder in den Vereinigten Staaten noch in der Eurozone zu rechnen, sagte Dekabank-Konjunkturexperte Holger Bahr. "Von einer inflationär wirkenden Überhitzung kann nicht die Rede sein, zumal sich die Konjunkturdynamik in der zweiten Jahreshälfte 2006 weltweit abschwächen wird." Die EZB werde ihr Ziel einer Inflationsrate von unter, aber nahe von zwei Prozent gleichwohl auch in den kommenden zwei Jahren verfehlen, sagte Bahr.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte den Expansionsgrad der Geldpolitik 2007 vor diesem Hintergrund weiter verringern und den Leitzins in zwei weiteren kleinen Schritten auf dann 2,75 Prozent erhöhen. Eine restriktive Geldpolitik sei dies vor dem Hintergrund eines neutralen Zinssatzes von gut drei Prozent aber nicht.

Angesichts der nachlassenden Wirtschaftsdynamik in den letzten beiden Quartalen 2006 werde die US-Notenbank hingegen bereits Ende 2006 wieder die Leitzinsen senken. Mit fünf Prozent dürfte der US-Leitzins bereits Mitte 2006 seinen Gipfel erreichen und danach schrittweise wieder auf das für diesen Abend nach der 13. Zinserhöhung in Folge erwartete Niveau von 4,25 Prozent sinken.

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