Analyse
DK senkt Infineon-Kursziel auf 11 Euro

Dresdner Kleinwort (DK) hat das Kursziel für die Infineon-Aktie von zwölf auf 11 Euro gekappt.

dpa-afx LONDON. Dresdner Kleinwort (DK) hat das Kursziel für die Infineon-Aktie von zwölf auf 11 Euro gekappt. Die Analysten begründeten dies mit den "enttäuschenden" Neuigkeiten zum den an diesem Mittwoch geplanten New Yorker Börsengang der Speicherchip-Tochter Qimonda, der niedriger bewertet werde als geplant. Aber die Unsicherheit bezüglich des Börsengangs sei nun beseitigt. Die Infineon-Aktie dürfte wieder steigen, wenn der Halbleiter-Hersteller in seinem verbleibenden Kerngeschäft Logikchips einen Aufschwung erlebe. DK bekräftigte die Anlageempfehlung "Buy" für den Dax -Titel.

Die Experten nannten Qimondas Börsengang "enttäuschend". Die Nachfrage nach den Aktienzertifikaten, die an der New Yorker Börse gelistet werden sollen, sei schwach. Daher gebe Infineon die Titel nun zu je 13 Dollar aus und damit deutlich unter der zuvor festgelegten Preisspanne von 16 bis 18 Dollar. Außerdem würden lediglich 42 Mill. Aktienzertifikate platziert statt der bisher geplanten 63 Millionen. Auch die Mehrzuteilungsoption falle mit 6,3 Mill. Stück niedriger aus als ursprünglich angestrebt (9,45 Mill. Titel).

"Trotz des schwachen Börsengangs glauben wir, dass das Management gut gehandelt hat, die Notierung nicht zu verschieben", schrieben die Experten. "Das Geld aus dem Börsengang ist mittelfristig nicht so wichtig für beide Unternehmen und der Listingpreis gibt die Gelegenheit, mehr zu erlösen oder zu verkaufen."

Wichtiger sei, dass Qimondas Ausgabepreis auch Rückschlüsse auf die Bewertung des Logikchip-Geschäfts von Infineon zulasse. Es sei im Vergleich mit der weltweiten Spitzengruppe am niedrigsten bewertet. Konkurrenten wie Stmicroelectronics , Freescale oder die Halbleiter-Sparte von Philips würden teils deutlich höher bewertet. "Wir rechnen damit, dass das Logikgeschäft in den nächsten Quartalen in die Gewinnzone zurückkehrt", schrieben die Analysten.

Qimonda werde mit einem 45-prozentigen Abschlag zum Konkurrenten Micron gelistet. Der Münchner Speicherchip-Spezialist sei zwar dem Dram-Geschäft des US-Konkurrenten Micron Technology überlegen. Qimondas Nachteil sei aber, dass die Gesellschaft keine Nand-Chips und keine Cmos-Sensoren im Angebot habe. Nand-Chips werden unter anderem in MP3-Player, Speicherkarten uder USB-Sticks eingebaut. Der Preis für Dram-Speicherchips, die in Computern eingesetzt werden, sei derzeit fest und stiege. Er dürfte in diesem Jahr stabil bleiben, was Qimonda wohl höhere Gewinne bescheren werde.

Angesichts all dieser Tatsachen empfiehlt Dresdner Kleinwort die Infineon-Aktie bei deren gegenwärtigem Niveau nach eigenen Angaben nachdrücklich zum Kauf. "Wir halten die Aktie für defensiv." Der Titel habe mittelfristig ein deutliches Aufwärtspotenzial, wenn Infineons Hauptgeschäft mit Logikchips den Umschwung schaffe.

Gemäß der Einstufung "Buy" wird die Infineon-Aktie nach Einschätzung der DK-Analysten in den kommenden zwölf Monaten um mindestens zehn Prozent steigen.

Analysierendes Institut Dresdner KW.

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