Analyse
Dresdner Bank erwartet Dax-Erholung

Die Dresdner Bank rechnet mittelfristig an den internationalen Aktienmärkten wieder mit steigenden Kursen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Dresdner Bank rechnet mittelfristig an den internationalen Aktienmärkten wieder mit steigenden Kursen. Die Finanzmarktkrise sowie Inflationsängste dürften zwar kurzfristig weiter für eine hohe Schwankungsbreite der Indizes sorgen, doch bis zum Jahresende werde der Leitindex Dax sich voraussichtlich wieder auf rund 7 100 Punkte erholt haben, sagte Chefanlagestratege Holger Boschke am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung des Kapitalmarktausblicks. Im Dezember 2007 hatte die Dresdner Bank den Dax bis Jahresende 2008 allerdings noch zwischen 8 300 bis 8 500 Punkten prognostiziert.

Während eines kurzen Rückblicks betonte Boschke, er habe zwar erwartet, dass der Jahresauftakt 2008 schwierig werde, "doch mit einem Kurseinbruch deutlich über zehn Prozent hatten wir nicht gerechnet". Fakt war dann jedoch, dass der Dax in der Spitze bislang um rund 25 Prozent einbrach. Trotz dieser negativen Überraschung glaubt der Experte nicht daran, dass diese derart pessimistische Stimmung für Aktien anhalten wird. "Wir halten das für eine Übertreibung, auch wenn sich die Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert haben", erklärt er. 6 150 Punkte im Dax sieht er daher als untere Unterstützung, wobei er einen erneuten Ausbruch unter diese Marke, etwa ausgelöst durch geopolitische Ursachen, nicht völlig ausschließen möchte.

ÖLpreis und Inflation ALS PrimÄRrisiken

Die größten Risiken für die Wirtschaftsentwicklung und damit auch für die Entwicklung an den Kapitalmärkten sieht er im Ölpreis und der Inflation. Zugleich geht Boschke aber davon aus, dass das Schlimmste bald überstanden sein dürfte. Eine der wesentlichen Prämissen für die Erholung im deutschen Leitindex seit seinem neuen Jahrestief Mitte Juli sei ein weiter sinkender Ölpreis. Der Aktienmarktexperte geht davon aus, dass der Anfang dieses Monats auf ein Rekordhoch von mehr als 145 Dollar gestiegene und inzwischen auf rund 130 Dollar zurückgefallene Preis je Barrel WTI-Öl im Jahresverlauf weiter sinkt. Dabei erwartet er ein Niveau um die 110 Dollar. Die größten Risiken seien dabei geopolitischer Natur und verweist auf "Israel, Iran und die Hurrikan-Gefahren". Die derzeitigen Inflationsbefürchtungen sieht er als übertrieben an und rechnet außerdem ab Herbst mit nachlassenden Druck durch Preissteigerungen.

Hinsichtlich der Finanzmarktkrise glaubt er darüber hinaus: "Das Schlimmste sollte hinter uns liegen, auch wenn es für eine Entwarnung zu früh ist." Schlüsselfaktor sei dabei die Entwicklung am US-Immobilienmarkt, auf dem er erste Stabilisierungstendenzen ausmacht. Weiter fallende Häuserpreise sollten dabei auf längere Sicht wieder zu steigender Nachfrage führen. Auch der Bankensektor befinde sich allmählich auf Erholungskurs. Weltweit seien inzwischen 410 Mrd. Dollar (258,5 Mrd Euro) durch Banken abgeschrieben worden, wobei Goldman Sachs bei europäischen Banken weiteren Abschreibungsbedarf zwischen 60 und 90 Mrd. Euro sieht, wie Boschke erinnerte. Zugleich komme aber die Refinanzierung voran. Die Aufnahme neuen Kapitals belaufe sich mittlerweile auf rund 324 Mrd. Dollar.

Finanzwerte FÜR Erholung Besonders "ANFÄLlig"

So sind, wenn die Erholung an den Aktienmärkten eintritt, insbesondere die Finanzwerte für diese "anfällig", wie er sagte. Dabei verwies Boschke aber auch auf die Risiken für diese Titel, denn die Zeiten hoher Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) seien vorbei und was die Kurse letztlich hochtreiben dürfte, seien vor allem Spekulationen auf eine weitere Konsolidierung der Branche. Laut Herbert Berger, dem Leiter Kapitalmärkte der Dresdner Bank, wird auch der Konsum- und der Automobilsektor bei den "Stürmern" sein. Der Telekomsektor sei ebenfalls interessant und in den unsicheren Zeiten dürfte sich zudem die Pharmabranche stabiler entwickeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%