Analyse
Dresdner Bank: Liquiditätskrise hat nur begrenzte Auswirkungen auf Deutschland

Die Krise am US-Immobilienmarkt und die dadurch ausgelöste Liquiditätskrise werden nach Einschätzung der Volkswirte der Allianz und Dresdner Bank nur sehr begrenzte Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben.

dpa-afx FRANKFURT. Die Krise am US-Immobilienmarkt und die dadurch ausgelöste Liquiditätskrise werden nach Einschätzung der Volkswirte der Allianz und Dresdner Bank nur sehr begrenzte Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. "Deutschland ist auf gutem Weg, wirtschaftlich weiter zu expandieren", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz und der Dresdner Bank am Mittwoch in Frankfurt. Die derzeitigen Belastungsfaktoren aus der US-Immobilienkrise und der Aufwertung des Euro würden dazu führen, dass die deutsche Wirtschaft etwas schwächer als bisher erwartet wachse.

Die Wachstumsprognose für das kommende Jahr 2008 reduzieren die Volkswirte daher von bisher 2,5 Prozent auf 2,3 Prozent. Für das laufende Jahr 2007 erwarte man ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent (bisher 2,5). Die Bank ist für das kommende Jahr deutlich optimistischer als der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (Dihk), der 2008 nur 2,0 Prozent Wachstum erwartet. "Die Aufwärtsentwicklung der deutschen Konjunktur ist noch keineswegs zu Ende", sagte Heise. In den Jahren 2009 und 2010 könnte die deutsche Konjunktur eine weitere Hochphase erreichen.

Steigende Konsumnachfrage

"Die wichtigsten Wachstumsimpulse kommen weiter von den Investitionen", sagte Heise. Gestützt werde die deutsche Wirtschaft im Jahr 2008 durch eine steigende Konsumnachfrage, die negativen Auswirkungen einer schwächeren Weltkonjunktur entgegenwirken dürfte. Die Weltwirtschaft dürfte nach Einschätzung der Experten von Allianz und Dresdner Bank durch die Konjunkturabschwächung in den USA belastet werden. Aber auch ein erwarteter durchschnittlicher Jahrespreis der Nordseesorte Brent von 68 Dollar je Barrel bremse die Konjunktur. Zudem belaste ein erwarteter Eurokurs von 1,40 Dollar die deutschen Exporte.

Der private Verbrauch wird nach Einschätzung der Experten im Jahr 2008 den stärksten Anstieg seit dem Boomjahr 2000 aufweisen. "Mit einem Wachstum von 2,1 Prozent dürfte sich der Konsum gestützt durch die Erholung am Arbeitsmarkt zu einem Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft entwickeln", sagte Heise. Auch ein erwartetes Wachstum der Effektivverdienste von 2,7 Prozent dürfte den Konsum stützen.

US-Hypothekenkrise Kaum Direkte Auswirkungen AUF Deutschland

"Die Krise am Hypothekenmarkt in den USA wird kaum direkte Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben", sagte Heise. Die Kreditvergaberichtlinien am deutschen Hypothekenmarkt seien sehr viel restriktiver als in den USA. Zudem seien auch keine Preisanstiege wie in den USA zu beobachten gewesen. Insgesamt sei der deutsche Hypothekenmarkt sehr robust. In einigen europäischen Ländern wie Spanien oder Irland könnte es jedoch zu Anpassungen kommen. Die Experten erwarten im kommenden Jahr einen deutlichen Rückgang der Inflation von rund zwei Prozent im laufenden Jahr auf dann 1,7 Prozent. Verantwortlich dafür sei, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer sich im kommenden Jahr nicht mehr in den Daten niederschlage.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihren Leitzins zunächst bei 4,00 Prozent belassen, erwarten die Experten. Ein Anstieg der Zinsen im Euroraum bei einem gleichzeitigen Rückgang der US-Zinsen könnte zu starken Verwerfungen am Devisenmarkt führen, warnte Heise.

Er rief zudem die Politik auf, die bisher durchgeführten Reformen nicht wieder zurückzudrehen, wie dies bei den Harz IV-Gesetzen oder der Rente mit 67 in der Diskussion sei. Diese Reformen hätten zu der Erholung am Arbeitsmarkt beigetragen. Zudem sei durch die Reformen das Wachstumspotenzial erhöht worden. Dies dürfte mittlerweile bei rund 2,0 Prozent liegen und könnte bei anhaltenden Investitionen und einer Beibehaltung der Reformen weiter steigen.

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