Analyse
DWS-Aktienchef setzt auf Investitionsgüter

Die Fondstochter der Deutschen Bank setzt auf Investitionsgüter statt Konsum. "Die Achillesferse der Konjunktur ist der Konsum", sagte Klaus Kaldemorgen, der als Geschäftsführer der DWS für das Aktienfondsmanagement verantwortlich ist, am Donnerstag in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Fondstochter der Deutschen Bank setzt auf Investitionsgüter statt Konsum. "Die Achillesferse der Konjunktur ist der Konsum", sagte Klaus Kaldemorgen, der als Geschäftsführer der DWS für das Aktienfondsmanagement verantwortlich ist, am Donnerstag in Frankfurt. Insbesondere der Konsum in den USA sei nachhaltig auf dem hohen Niveau kaum mehr aufrechtzuerhalten. Insgesamt sollten Aktien im nächsten Jahr ein Kurspotential in Höhe des zu erwartenden Gewinnwachstums von sechs bis zehn Prozent haben, prognostiziert Kaldemorgen.

Die DWS gewichte Konsumwerte weiterhin unter. Dazu zählt Kaldemorgen neben dem Einzelhandel auch die Automobilindustrie, der es schwer fallen werde, die hohen Rohstoffkosten an den Endverbraucher weiterzugeben. Den Vorzug gibt der Experte weiterhin der Industriegüterbranche und Ölserviceunternehmen. "Die hohe Nachfrage nach Rohstoffen bei gleichzeitigen Produktionsengpässen und kräftige Investitionen der Schwellenländer in die Infrastruktur werden den Energieunternehmen, der Industriegüterbranche und den Versorgern auch 2006 ordentliche Gewinne bescheren", prognostiziert Kaldemorgen.

Deutschland Bevorzugt

Weiterhin zu den Gewinnern der Globalisierung zählt Kaldemorgen Gesellschaften im wachsenden Logistikmarkt. Aufgrund der anziehenden Konjunktur und der erfolgreichen Bekämpfung der Deflation in Japan investiert die DWS nun auch verstärkt in japanische Finanzwerte und Immobilienunternehmen. Defensive Branchen wie Pharma zählen auch im Jahr 2006 zu Kaldemorgens Favoriten.

In Europa investiert die DWS verstärkt in Deutschland. "Deutsche Unternehmen haben sich erfolgreich von der inländischen Konjunktur abgekoppelt – ihnen geht es ausgezeichnet. Ähnlich wie in Japan weisen sie nach der Phase der Restrukturierung und Konsolidierung so viele Gewinne aus wie lange nicht mehr", sagt Kaldemorgen. "Die weiterhin exzellente Innovationskraft und die Entwicklung der Lohnkosten werden zudem die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen deutlich steigern." Auch weist Kaldemorgen darauf hin, dass viele deutsche Unternehmen einen Großteil ihrer Umsätze und Erträge außerhalb Deutschlands erwirtschaften und dennoch günstiger bewertet werden als ihre ausländischen Konkurrenten.

Bric-Staaten

Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft werden nach Auffassung Kaldemorgens weiterhin die Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) sein, welche nicht nur als Produzenten, sondern verstärkt auch als Investoren die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kaldemorgen: "Rohstoffpreise bleiben auch 2006 aufgrund der massiven Nachfrage aus Asien hoch. Der Ölpreis wird nicht unter 45 Dollar pro Barrel fallen. Profiteure davon sind Russland und Brasilien. In China und Indien stimulieren höhere Einkommen den lokalen Konsum, der 2006 stark zunehmen wird und zu einer tragenden Säule der Wirtschaft heranwächst."

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