Analyse
Erholung am deutschen Aktienmarkt endet im Sommer

Frankfurt (dpa-AFX) – Der Aufschwung am deutschen Aktienmarkt endet den Experten von Sal. Oppenheim zufolge im Sommer. Wichtige Frühindikatoren würden sich nicht weiter erholen und damit auf mittlere Sicht zusätzliche Ertragsrevisionen bei den Unternehmen einläuten.

Frankfurt (dpa-AFX) - Der Aufschwung am deutschen Aktienmarkt endet den Experten von Sal. Oppenheim zufolge im Sommer. Wichtige Frühindikatoren würden sich nicht weiter erholen und damit auf mittlere Sicht zusätzliche Ertragsrevisionen bei den Unternehmen einläuten. Zudem seien die optimistischen Konjunkturerwartungen überzogen, sagte Norbert Braems, Geschäftsführer der Oppenheim Research Gmbh, am Mittwoch in Frankfurt. Ferner sei die Bankenkrise laut den Experten noch nicht beendet, da es zu konjunkturbedingten Kreditausfällen kommen dürfte.

Kurzfristig sei ein Anstieg des Dax auf bis zu 5 500 Punkte möglich. Gründe für den Aufschwung seit März diesen Jahres seien vor allem die massiven staatlichen Hilfsprogramme und die unverändert breite Untergewichtung vieler Anleger in Aktien. Auch die bevorstehenden Unternehmensberichte zum zweiten Quartal, die vor allem in den USA eine leichte Verbesserung anzeigen dürften, würden den Aufwärtstrend noch einmal verlängern. Die Erholung sei aber nicht von Dauer. "Trotz der jüngsten Erholungstendenzen, die sich Monat für Monat besonders in den Schwellenländern abzeichnen, sind Konjunktur und Kapitalmärkte noch nicht über den Berg", erklärt Dieter Pfund, persönlich haftender Gesellschafter von Sal. Oppenheim.

Keine Entwarnung BEI Banken IN Sicht

Die Privatbank sieht noch keine Entwarnung bei Banken mit großen Kreditbüchern. Die schwache Konjunktur werde den deutschen und europäischen Geldhäusern zunehmend Kreditausfälle bescheren. Zusätzlich würden die ausgewiesenen Zahlen in den ersten beiden Quartalen diesen Jahres kein realistisches Bild der Lage widerspiegeln, denn die Risikovorsorge, mit der faule Kredite abgedeckt worden seien, tauche erst zeitverzögert in den Büchern auf. Daher könne noch keinesfalls von einem Ende der Bankenkrise gesprochen werden, so die Experten von Sal. Oppenheim. Eine zweite Korrekturwelle stehe zum Jahresende noch bevor.

Defensive Titel RÜCken IN DEN Fokus

Für die kommenden sechs Monate prognostiziert die Privatbank eine Korrektur- und Seitwärtsbewegung des Dax. Das Jahresendniveau liege dann bei 4 500 bis 4 800 Punkten. "Die markante Kurserholung der zyklischen Rohstoff- und Industrietitel sowie der Bankentitel wird in diesem Umfeld auslaufen", erklärt Dr. Wolfgang Sawazki, Leiter Research bei Sal. Oppenheim. Stattdessen dürften im Jahresverlauf defensive Titel aus dem Segment Gesundheit und Pharma, Haushaltsgüter, Agro, Versorger und Telekom wieder in den Fokus rücken. Zu den Top-Empfehlungen gehörten unter anderem die Allianz , Bayer , Daimler , Deutsche Post , Hannover Rückversicherung und RWE .

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