Analyse: Experten erwarten bei Luftfahrt-Aktien weiter fallende Kurse

Analyse
Experten erwarten bei Luftfahrt-Aktien weiter fallende Kurse

Die Luftfahrt-Branche hat in diesem Jahr nach Ansicht von Branchenexperten zunächst weiterhin mit fallenden Aktienkursen zu kämpfen.

dpa-afx LANGEN. Die Luftfahrt-Branche hat in diesem Jahr nach Ansicht von Branchenexperten zunächst weiterhin mit fallenden Aktienkursen zu kämpfen. "Der Tiefpunkt dürfte innerhalb der nächsten sechs Monate erreicht werden", sagte der Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, Per-Ola Hellgren, am Mittwochabend beim Luftfahrt-Presse-Club in Langen bei Frankfurt. "Die Chancen sind gut, dass Mitte des Jahres oder im Herbst die Kurse drehen", sagte sein Kollege Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.

Nach Piepers Ansicht geht es den Airlines dabei wirtschaftlich eher gut. "Sie reagieren aber stärker als etwa die Auto- oder Stahlindustrie auf jede kleine Verunsicherung", sagte er. Diese kommt derzeit aus den USA, wo eine Rezession befürchtet wird. Ein hoher Ölpreis dürfte die Gewinne der Fluggesellschaften nach Einschätzung von Dekabank-Analyst Christian Gombert allerdings wenig beeinflussen. "Wir hatten im letzten Jahr Rekordölpreise und auch Rekordgewinne der Airlines", sagte er.

Dabei machen die Branchenexperten durchaus Unterschiede etwa zwischen Lufthansa und Air Berlin . "Die Lufthansa ist vom Management her eine der besten Fluggesellschaften der Welt", sagte Hellgren. Ihre Rendite könne in Aufschwungphasen gut mit anderen Branchen mithalten. Allerdings sei sie an der Börse mit derzeit rund 16 Euro arg niedrig bewertet, merkte Gombert an. Im Vorjahr hatte die Aktie zeitweise über 22 Euro gelegen.

Bei Air Berlin sind sich die Analysten weniger einig. Während Hellgren die Nischenrolle der Air Berlin zwischen Billigfliegern und traditionellen Airlines für chancenreich hält, zweifelt Pieper am finanziellen Management der Gesellschaft. Deren Chef Hunold denke offenbar, es sei nicht so wichtig, ob das Unternehmen eine Marge von drei, fünf oder sieben Prozent erziele. Dabei werde das Erreichen von Margenzielen immer weiter hinausgeschoben - was den Aktionären nicht gefalle. Angesichts des drohenden Abschwungs sei bei Air Berlin "die nächste Gewinnwarnung eigentlich programmiert", sagte Pieper. Inzwischen liegt die Aktie bei gut 11 Euro - vor einem Dreivierteljahr war sie fast doppelt so viel wert gewesen.

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